Bleivergiftung


Wie Sie Ihren Alltag bleifrei halten

Seit Blei aus dem Benzin verbannt wurde, kommt fast 90 Prozent weniger von dem giftigen Schwermetall in die Umwelt. Doch nach wie vor sind die Luft und die Böden belastet. Erfahren Sie, wo die Belastungen heute noch lauern und wie Sie Ihnen aus dem Weg gehen.

Die Silvester-Tradition des Bleigießens fand im Jahr 2018 ein jähes Ende: Weil Bleigießen-Sets zu bis zu 71 Prozent aus dem giftigen Schwermetall Blei bestehen, hat eine EU-Richtlinie den Verkauf der Sets verboten. Aus gutem Grund: In zu großen Mengen greift Blei das Nervensystem und die Blutbildung an und ist vor allem für die geistige Entwicklung von Kindern gefährlich[1, 2]. Die Alternative, die jetzt in den Ladentheken steht, ist weniger problematisch: Wachsgießen scheint das Bleigießen zu ersetzen.

Lesen Sie in diesem Artikel, wo wir heute im Alltag auf Blei stoßen und was mit dem Schwermetall in unserem Körper geschieht. Erfahren Sie, wie Blei in unseren Körper gelangt und mit welchen Symptomen sich eine Bleivergiftung äußert. Außerdem: wann es nötig ist, Blei mit einer speziellen Chelat-Therapie auszuleiten und wie Sie die Bleiwerte in Ihrem Körper bestimmen.

Was ist Blei?

Blei (lateinisch Plumbum, Elementsymbol Pb) ist ein hochgiftiges Schwermetall. Schon die alten Römer wussten, dass Blei zu Krankheit und Wahnsinn führen kann – was sie allerdings nicht davon abhielt, das weiche, leicht formbare Metall ausgiebig zu nutzen, etwa für Zahnersatz und Wasserrohre. Im Mittelalter versuchten Alchemisten, mithilfe von Blei aus Eisen Gold zu machen, später wurde daraus Munition für Gewehre und Pistolen hergestellt[3].

Heute kommt Blei unter anderem beim Bau von Autobatterien zum Einsatz und in Metall-Legierungen in der Industrie. Außerdem nutzen Krankenhäuser und Arztpraxen Abschirmungen aus Blei, um sich und ihre Patienten vor Röntgen- und Gammastrahlen zu schützen.

Umweltbelastungen durch Blei

Blei kommt auf verschiedenen Wegen in die Umwelt und in den menschlichen Körper. Vor allem dann, wenn das Verarbeiten und Recyceln von Blei ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen stattfindet oder weiterhin Wandfarben zugesetzt ist, was in einigen ärmeren Ländern noch Gang und Gäbe ist[4, 5].

Wussten Sie schon? Die Schweizer Stiftung Green Cross und die New Yorker Non-profit-Organisation Pure Earth kürten in ihrem Bericht aus dem Jahr 2015 die Top 6 der schädlichsten Umweltgifte der Welt. Blei stand dabei auf Platz 1. Weltweit bedrohe es mehr als 26 Millionen Menschen, vor allem in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen[4].

In Deutschland bringt immer noch der Straßenverkehr die größten Mengen Blei in die Luft. Zwar ist Blei seit mehr als 20 Jahren aus dem Benzin verbannt, doch ein wenig Blei wird auch beim Abrieb von Bremsen und Reifen freigegeben. Eine andere Blei-Quelle sind Industrie-Ausstöße, vor allem aus Kohle-Kraftwerken, Metallverarbeitung und Müllverbrennungsanlagen.

Maßnahmen und Richtlinien, vor allem das bleifreie Benzin, haben die Blei-Emissionen in Deutschland seit den 90er Jahren um rund 90 Prozent verringert[6, 7]. Auch die durchschnittlichen Bleiwerte im Blut der Menschen und die Fälle von Vergiftungen sind in den letzten 20 Jahren in Deutschland und den USA deutlich zurückgegangen[8].

Wie kommt Blei in Lebensmittel?

Problematischer ist das Blei, das wir über die Nahrung aufnehmen. Das durch Emissionen in die Luft gebrachte Schwermetall kommt mit Niederschlägen und kleinen Staubpartikeln auf den Boden. Es reichert sich daraufhin in Pflanzen und Tieren an, die Menschen später essen. Schwermetalle wie Blei bauen sich zudem nicht einfach in kurzer Zeit ab. Unsere Böden enthalten noch Altlasten jahrhundertelanger Umweltverschmutzung[9].

Aus der Wissenschaft: 2.000 Jahre Blei-Emissionen…

Forscher lasen an den Ablagerungen im Eis eines Gletschers in den Alpen ab, wie viel Blei sich in den letzten 2.000 Jahren jeweils in der Luft befand. Das Ergebnis: Nur zwischen 1349 und 1353, als die Pest in Europa wütete und die Wirtschaft zum Erliegen brachte, waren die Bleiwerte wirklich niedrig. Offenbar blasen Bergbau und Schmelzhütten seit dem alten Rom reichlich Blei in die Luft[10].

…und Bleivergiftungen vor 250.000 Jahren

Kontakt mit Blei gab es sogar schon vor dem Bergbau. Forscher fanden hohe Bleigehalte in den Zähnen zweier Neandertaler-Kinder, dir vor rund 250.000 Jahren im heutigen Südfrankreich gelebt haben. Das Blei kam wahrscheinlich über den bleihaltigen Boden in die Nahrung der Neandertaler – noch heute wird das Schwermetall in dem Gebiet abgebaut[11].

Bleibelastung im Alltag

Bleivergiftungen sind heute selten. Doch Blei kann auch auf anderem Wege langfristig der Gesundheit schaden. Ist die dauerhafte Belastung zu hoch, sammelt das Schwermetall sich nach und nach im Körper an.

Bleivergiftung - wo Bleibelastungen lauern

Bleibelastung durch Lebensmittel reduzieren

Kleine Mengen Blei finden sich in zahlreichen Lebensmitteln, für die es deswegen von der Europäischen Union vorgeschriebene Grenzwerte gibt. So darf Milch zum Beispiel maximal 0,02 Milligramm Blei pro Kilogramm enthalten, Getreide 0,2 Milligramm und Blattgemüse (wie Spinat und Salat) 0,3 Milligramm[9, 12-15].

  • Blei setzt sich häufig auf der Oberfläche von Pflanzen ab. Wenn Sie Gemüse und Salate gründlich waschen, können Sie große Teile des Schwermetalls entfernen.
  • Etwas stärker mit Blei belastet sind Muscheln sowie die Leber von Schweinen und Rindern. Achten Sie auf Ihre Bleiwerte, wenn Sie diese Lebensmittel häufig essen.
  • Auf Ihre Bleibelastung sollten Sie außerdem achten, wenn Sie viel Wild Wild wird teilweise mit bleihaltiger Munition geschossen – dann finden sich Untersuchungen zufolge im Fleisch des ganzen Tieres hohe Bleiwerte.

Ist noch Blei im Trinkwasser?

Früher war die Belastung durch Blei im Trinkwasser ein Problem. Seit 1973 darf kein Blei mehr für Wasserleitungen verwendet werden, und auch davor wurden die meisten Häuser schon ohne Bleirohre gebaut[16]. In sehr seltenen Fällen verursachen Wasserrohre in Altbauten noch chronische Bleivergiftungen[17].

Gut zu wissen: Vermieter müssen alte Leitungen austauschen, wenn das Wasser den Grenzwert von 0,01 Mikrogramm Blei pro Liter überschreitet. Wenn Sie nicht sicher sind, aus welchem Material die Wasserrohre in Ihrem Altbau bestehen, fragen Sie beim Vermieter nach. Bekommen Sie keine zufriedenstellende Antwort, können Sie sich an das Gesundheitsamt wenden und eine Wasserprobe veranlassen.

Kommt Blei aus der Kaffeemaschine?

Blei in Kaffeemaschinen ist immer wieder ein Thema – scheint in der Praxis aber nur bestimmte Geräte zu betreffen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Siebträger-Espressomaschinen getestet und kam zu dem Schluss, dass einige der Geräte hohe Mengen Blei in den Kaffee abgaben, vor allem nach dem Entkalken. Die Stiftung Warentest gab daraufhin allerdings für die meisten Geräte Entwarnung: Sie prüfte noch einmal Kaffeevollautomaten, die sie in den Jahren zuvor getestet hatte – und kam zu dem Schluss, dass vier von fünf Geräten keinen mit Blei belasteten Kaffee produzierten.

Sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung aus als die Stiftung Warentest raten, um die Bleibelastung durch Kaffeemaschinen generell zu reduzieren: Spülen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig und entkalken Sie nur, wenn es wirklich nötig ist[18, 19].

Blei in Keramik-Glasuren

Vereinzelte Fälle von Bleivergiftungen gehen auf bunt glasierte Keramik zurück, die meist aus dem Ausland stammt. In einem Fall litt eine 16-jährige Wienerin monatelang unter heftigen Bauchschmerzen, Blutarmut und Bluthochdruck und nahm innerhalb von sechs Monaten zehn Kilogramm ab. Das Mädchen hatte täglich bis zu zwei Liter Zitronentee getrunken, aus einer bunten Keramiktasse, die ihre Eltern ihr aus der Slowakei mitgebracht hatten – und deren Glasur große Mengen Blei enthielt[20].

Also Achtung: Wenn Sie im Urlaub bunte Keramik als Souvenir kaufen, halten Sie Getränke und Lebensmittel davon fern.

Blei in Medikamenten

US-amerikanische Forscher untersuchten 193 im Internet bestellte Ayurveda-Präparate und kamen zu dem Schluss, dass jedes Fünfte Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Arsen enthält[21, 22]. Auch in alten „Haussalben“ können Schwermetalle stecken. In einem Fall pflegte eine stillende Frau ihre Brust mit einer Salbe ihrer Großmutter. Die Salbe enthielt Blei – das der Säugling über die Muttermilch aufnahm[17].

Achten Sie also bei Hausmitteln und fernöstlichen Arzneimitteln gut darauf, wo die Präparate herkommen und was sie enthalten!

Spektakulärer Fall: Im Jahr 2007 mussten 35 Menschen im Leipziger Universitätsklinikum behandelt werden. Der Grund: Eine Vergiftung durch mit Blei gestrecktes Marihuana[23].

Aus der Wissenschaft: Tötete Blei die Arktis-Expedition?

Im Jahr 1845 starb die Crew des Polarforschers John Franklin bei einer Schiffsexpedition im arktischen Eis. Historiker vermuteten lange, eine Bleivergiftung durch Konserven und Wasserrohre hätte die Mannschaft geschwächt und getötet. 2016 untersuchten Forscher jedoch den Fingernagel eines Matrosen aus Franklins Crew. Die Diagnose: ein erheblicher Zinkmangel. Der neuen Theorie nach leitete nicht Blei das tragische Ende der Expedition ein. Offenbar schwächte ein Mangel an Zink das Immunsystem der Seemänner und ebnete den Weg für tödliche Infektionskrankheiten wie Lungenentzündung und Tuberkulose[24].

Was passiert mit Blei im Körper?

Ab welchen Mengen Blei schädlich ist, ist umstritten. Mediziner gehen davon aus, dass es ab einer Konzentration von 100 Mikrogramm pro Liter Blei zu Gesundheitsschäden kommt – die meisten Menschen in der westlichen Welt liegen heute deutlich unter diesem Wert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt wiederum: Es gebe keine Wirkungsschwelle, unter der man gesundheitliche Schäden durch Blei ausschließen könne[12, 25].

Wie nehmen wir Blei in den Körper auf?

Es gibt zwei Wege, über die Blei in unsere Organe und Knochen gelangen kann – über die Nahrung (zum Beispiel Blattgemüse, Innereien, Muscheln und Wild) und über die Atmung. Unsere Lunge nimmt Blei effektiv ins Blut auf. Entsprechend problematisch war die Belastung durch Auto-Abgase zu Zeiten des verbleiten Benzins[17].

Heute belastet uns vor allem Blei, dass sich in Nahrungsmitteln angesammelt hat. Der Magen-Darm-Trakt eines Erwachsenen nimmt etwa zehn Prozent, bei Kindern bis zu 50 Prozent des Bleis aus der Nahrung auf und scheidet den Rest aus. Über die Darmwand gelangt das Schwermetall ins Blut[9].

Wie scheiden wir Blei wieder aus?

Wir scheiden Blei über den Urin aus, in geringerem Maße auch über Stuhl, Schweiß und bei Stillenden über die Muttermilch. Nehmen wir zu viel Blei auf, kann sich ein Teil des Schwermetalls in Leber, Niere, Gehirn und in den Knochen anreichen. Es dauert dann bis zu 20 Jahre, bis sich die Menge des dort gespeicherten Bleis halbiert hat. So kann es zu einer Anreicherung und zu chronischen Vergiftungen kommen[9].

Wie schadet Blei dem Körper?

Blei kann ins Nervensystem übergehen. Vor allem bei Kindern kann es dort Schäden an Nervenzellen anrichten und die Entwicklung der Intelligenz, das Lernvermögen und das Wachstum beeinträchtigen. Außerdem stört Blei die Blutbildung, was zu einer Blutarmut (Anämie) führen kann. Es wird als krebserregend eingestuft und fördert vermutlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen[26, 27]. Besonders schwangere und stillende Frauen sollten auf ihre Bleibelastungen achten[14].

Blei führt zu Verbrechen! Zumindest nach der Theorie amerikanischer Wissenschaftler. Sie entdeckten, dass die Kriminalitätsrate in bestimmten Regionen zusammen mit den Bleiwerten im Blut der Bevölkerungen gestiegen und gesunken war. Den Forschern zufolge ist das vielleicht kein Zufall. Ihre Erklärung: Blei macht durch seine Wirkung auf das Nervensystem aggressiv, impulsiv, hängt mit ADHS und einem niedrigen IQ zusammen – und erzeugt so potentielle Straftäter[28, 29].

Führt Blei zu Verbrechen?

Bleivergiftung Symptome

Eine Vergiftung mit Blei kann akut oder chronisch geschehen. Zu einer chronischen Vergiftung kommt es, wenn sich Blei über längere Zeit im Körper ansammelt[17, 30].

Symptome einer chronischen Bleivergiftung

  • Blutarmut (Anämie) und Bluthochdruck
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und Schlaflosigkeit
  • Appetitlosigkeit und Schwächegefühl
  • Unkonzentriertheit und Nervosität
  • Bei Kindern: Verminderter IQ, gestörtes Wachstum

Bei einer schweren chronischen Bleivergiftung kann es passieren, dass in den Knochen gespeichertes Blei mit einem Mal freigesetzt wird, zum Beispiel durch Infekte, Stress oder Stoffwechselstörungen. Dann kommt es zu Symptomen, wie sie auch bei der heutzutage seltenen akuten Bleivergiftung auftreten[31].

Symptome einer akuten Bleivergiftung

  • Lähmungen an Armen und Beinen
  • Heftige krampfartige Bauchschmerzen
  • Verlust des Geschmackssinns
  • Schwindel, Übelkeit und Erbrechen
  • Lethargie oder Aggressionen
  • Schäden an Gehirn und Nieren

Eine Bleivergiftung ist ein medizinischer Notfall, der tödlich enden kann – bei Anzeichen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen.

Therapie und Bleiausleitung

Bei einer akuten Bleivergiftung haben Betroffene oft noch Blei im Körper, das noch nicht ins Blut gelangt ist. In diesem Fall setzen Ärzte Magenspülungen und Aktivkohle ein, um den Darm zu reinigen, bevor er mehr Blei aufnehmen kann. Ist die Funktion der Niere gestört, kann auch eine Blutwäsche zum Einsatz kommen.

Bei chronisch erhöhten Bleiwerten ist es entscheidend, dass Sie die Ursache für die Belastung finden und zukünftig vermeiden. Das kann zum Beispiel eine Keramiktasse mit bunter Bleiglasur sein, aus der Sie ständig trinken, Blei in alten Wasserrohren oder Wandfarbe oder der regelmäßige Verzehr von mit Bleimunition geschossenem Wild[17, 15].

Nährstoffmangel vermeiden

Sorgen Sie dafür, dass Sie ausreichend Eisen, Calcium, Zink und Phosphat zu sich nehmen. Entwickeln Sie einen Mangel an diesen Nährstoffen, nimmt der Darm nämlich einen größeren Anteil von Blei aus der Nahrung auf[9].

Bleiausleitung durch Chelat-Therapie

Bei schweren Bleivergiftungen wenden Ärzte Medikamente mit sogenannten Chelat-Bildnern an. Diese Stoffe binden das Blei an sich und ermöglichen es dem Körper, es mit ihnen zusammen auszuscheiden. Eine solche Chelat-Therapie leitet allerdings auch Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Eisen mit aus, weshalb Betroffene nach der Therapie mit Supplementen gegensteuern müssen.

In der Alternativmedizin werden Chelat-Ausleitungen auch bei geringfügigeren Schwermetall-Belastungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie zur Diagnose von Schwermetallbelastungen genutzt. Die Wirkungen dieser Anwendungen sind nicht wissenschaftlich belegt, manche Fachleute halten sie wegen ihrer Nebenwirkungen für gefährlich[32, 33].

Bleibelastung testen

Ärzte können die Bleibelastung unter anderem mit einem Bluttest feststellen, der auch Rückschlüsse darauf zulässt, wie viel Blei sich in Organen wie Gehirn und Niere befindet. Nach chronischen Vergiftungen sollten diese Tests regelmäßig durchgeführt werden, um die Entwicklung der Bleiwerte im Blick zu behalten[14].

Ihre derzeitige individuelle Belastung mit Blei und anderen Schwermetallen können Sie auch mit einem Selbsttest für zuhause erfassen. Der cerascreen® Schwermetall Test misst Schwermetall-Gehalte in Ihrem Urin. Kommen bei Ihrem Test erhöhte Werte heraus, sollten Sie den Ursachen auf den Grund gehen, Auslöser meiden und sich am besten mit Ihrem Arzt oder Therapeuten besprechen.

Bleivergiftung: Auf einen Blick

Wie gelangt Blei in den Körper?

Blei ist ein hochgiftiges Schwermetall. Die Bleiausstöße sind seit den 1990er Jahren um rund 90 Prozent gesunken, vor allem wegen des Bleiverbots im Benzin. Deswegen nehmen wir Blei heute vor allem über die Nahrung auf, in die es über Industrieabgase und belastete Böden gelangt.

Wie entstehen Bleivergiftungen?

Bleivergiftungen sind heute selten. In den letzten Jahren gab es zum Beispiel Fälle wegen alter „Haussalben“, Keramik mit Bleiglasur und gestrecktem Marihuana.

Was passiert bei einer dauerhaften Bleibelastung?

Blei kann Nervenzellen angreifen und ist deswegen vor allem für Kinder gefährlich, deren Nervensystem sich noch entwickelt. Eine dauerhafte Bleibelastung kann Herz-Kreislauferkrankungen fördern, den IQ senken und aggressiv machen.

Wie wird eine Bleivergiftung therapiert?

Bei einer chronisch erhöhten Bleibelastung ist es entscheidend, fortan die Schadstoffquelle zu meiden und einem Mangel an Nährstoffen wie Eisen, Calcium und Zink vorzubeugen. Schwere Vergiftungen werden mit einer Ausleitung durch Chelat-Therapie behandelt.


Quellenangaben

  1. Warentest, S.: Bleigießen - Besser bleifrei ins Neue Jahr - Meldung - Stiftung Warentest, https://www.test.de/Bleigiessen-Besser-bleifrei-ins-Neue-Jahr-4484000-0/
  2. mdr.de: Verkauf von Sets zum Bleigießen wird ab 2018 verboten | MDR.DE, https://www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/kein-bleigiessen-mehr-verkauf-von-sets-wird-verboten-100.html
  3. US EPA, O.: Lead Poisoning: A Historical Perspective, lead-poisoning-historical-perspective.html
  4. Green Cross, Pure Earth: 2015 – World’s Worst Pollution Problems. The New Top Six Toxic Threats: A Priority List for Remediation. (2015)
  5. World Health Organization: Leaded Petrol Phase-out: Global Status as at March 2017.
  6. Wilke, S.: Schwermetall-Emissionen, http://www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftschadstoff-emissionen-in-deutschland/schwermetall-emissionen
  7. Richter, M.: Blei im Feinstaub, http://www.umweltbundesamt.de/blei-im-feinstaub
  8. Falk, Henry: International Environmental Health for the Pediatrician: Case Study of Lead Poisoning. Pediatrics. 2003, 259 (2003)
  9. Umweltbundesamt: Stoffmonographie Blei - Referenz- und Human-Biomonitoring-Werte (HBM). Bundesgesundheitsblatt. 39, 236–241 (1996)
  10. More, A.F., Spaulding, N.E., Bohleber, P., Handley, M.J., Hoffmann, H., Korotkikh, E.V., Kurbatov, A.V., Loveluck, C.P., Sneed, S.B., McCormick, M., Mayewski, P.A.: Next-generation ice core technology reveals true minimum natural levels of lead (Pb) in the atmosphere: Insights from the Black Death: Pandemic Reveals True Natural Pb Levels. GeoHealth. 1, 211–219 (2017). doi:10.1002/2017GH000064
  11. Smith, T.M., Austin, C., Green, D.R., Joannes-Boyau, R., Bailey, S., Dumitriu, D., Fallon, S., Grün, R., James, H.F., Moncel, M.-H., Williams, I.S., Wood, R., Arora, M.: Wintertime stress, nursing, and lead exposure in Neanderthal children. Sci. Adv. 4, eaau9483 (2018). doi:10.1126/sciadv.aau9483
  12. Blei in Lebensmitteln – Hintergrundinformationen, https://www.bmu.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/lebensmittelsicherheit/verbraucherschutz/schwermetalle/blei-in-lebensmitteln-hintergrund/
  13. Lebensmittelsicherheit, D.P.F.B.L. für G. und L., Dr Renate Habernegg Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Dr Hans Lepper Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Ulrike Steger Bayerisches Landesamt für Gesundheit und: Schwermetalle in Lebensmitteln, https://www.vis.bayern.de/ernaehrung/lebensmittelsicherheit/unerwuenschte_stoffe/schwermetalle.htm
  14. Scientific Opinion on Lead in Food. EFSA J. 8, 1570 (2010). doi:10.2903/j.efsa.2010.1570
  15. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: BMEL - Jagd - Gesundheitsgefährdung durch Blei im Wildbret, https://www.bmel.de/DE/Wald-Fischerei/04_Jagd/_texte/BleifreieJagdgeschosse.html
  16. Bilharz, M.: Blei im Trinkwasser, http://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/essen-trinken/blei-im-trinkwasser
  17. Meißner, D., Klemm, M., Zogbaum, M.: Problematik, Klinik und Beispiele der Spurenelementvergiftung - Blei. 12
  18. Freisetzung von Blei aus Kaffee- und Espressomaschinen. 2
  19. Warentest, S.: Espressomaschinen - Selten Blei im Kaffee - Meldung - Stiftung Warentest, https://www.test.de/Espressomaschinen-Selten-Blei-im-Kaffee-4643652-0/
  20. Ziegler, S., Wolf, C., Salzer-Muhar, U., Schaffer, A., Konnaris, C., Rüdiger, H., Osterode, W.: Acute lead intoxication from a mug with a ceramic inner surface. Am. J. Med. 112, 677–678 (2002). doi:10.1016/S0002-9343(02)01096-3
  21. Saper, R.B., Phillips, R.S., Sehgal, A., Khouri, N., Davis, R.B., Paquin, J., Thuppil, V., Kales, S.N.: Lead, Mercury, and Arsenic in US- and Indian-Manufactured Ayurvedic Medicines Sold via the Internet. JAMA J. Am. Med. Assoc. 300, 915–923 (2008). doi:10.1001/jama.300.8.915
  22. Schwermetalle: Bleivergiftung durch ayurvedische Mittel, https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2004/daz-6-2004/uid-11402
  23. Ärzteblatt, D.Ä.G., Redaktion Deutsches: Bleiintoxikationen durch gestrecktes Marihuana in Leipzig, https://www.aerzteblatt.de/archiv/62150/Bleiintoxikationen-durch-gestrecktes-Marihuana-in-Leipzig
  24. Christensen, J.R., McBeth, J.M., Sylvain, N.J., Spence, J., Chan, H.M.: Hartnell’s time machine: 170-year-old nails reveal severe zinc deficiency played a greater role than lead in the demise of the Franklin Expedition. J. Archaeol. Sci. Rep. 16, 430–440 (2017). doi:10.1016/j.jasrep.2016.11.042
  25. World Health Organization: Lead poisoning and health, http://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/lead-poisoning-and-health
  26. Lanphear, B.P., Rauch, S., Auinger, P., Allen, R.W., Hornung, R.W.: Low-level lead exposure and mortality in US adults: a population-based cohort study. Lancet Public Health. 3, e177–e184 (2018). doi:10.1016/S2468-2667(18)30025-2
  27. Ärzteblatt, D.Ä.G., Redaktion Deutsches: Blei noch immer eine häufige Ursache für Herz-Kreis­lauf-Todesfälle, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/91796/Blei-noch-immer-eine-haeufige-Ursache-fuer-Herz-Kreislauf-Todesfaelle
  28. Sick Kids Are Just the Beginning of America’s Lead Crisis, https://www.motherjones.com/environment/2016/02/lead-exposure-gasoline-crime-increase-children-health/
  29. Nevin, R.: Understanding international crime trends: The legacy of preschool lead exposure. Environ. Res. 104, 315–336 (2007). doi:10.1016/j.envres.2007.02.008
  30. Wegner, R.: Vergiftungen durch Schwermetalle und Arsen. Internist. 2002, 818–827
  31. Patienteninformation zur Bleivergiftung - Giftnotruf Erfurt 0361-730730, https://www.ggiz-erfurt.de/aktuelles-detail/bleivergiftung.html
  32. American College of Medical Toxicology: American College of Medical Toxicology Position Statement on Post-Chelator Challenge Urinary Metal Testing. J. Med. Toxicol. 6, 74–75 (2010). doi:10.1007/s13181-010-0039-0
  33. Frumkin, H., Manning, C.C., Williams, P.L., Sanders, A., Taylor, B.B., Pierce, M., Elon, L., Hertzberg, V.S.: Diagnostic chelation challenge with DMSA: a biomarker of long-term mercury exposure? Environ. Health Perspect. 109, 167–171 (2001)
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