Vitamin B12 spielt eine zentrale Rolle für den menschlichen Organismus: Es unterstützt den Energiestoffwechsel, ist essenziell für die Blutbildung und trägt maßgeblich zur Funktion des Nervensystems bei. Dennoch wird die Bedeutung des Mikronährstoffs häufig unterschätzt. Wie gut ist die Bevölkerung tatsächlich versorgt? Welchen Einfluss haben Ernährungsform, Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen auf den Vitamin-B12-Status? Diesen Fragen sind wir in einer aktuellen Auswertung auf Basis von mehr als 2000 anonymisierten Blutwerten nachgegangen. Das Ergebnis: 71,3 Prozent der getesteten Personen erreichen einen Vitamin-B12-Wert im Normalbereich von über 50 pmol pro Liter. Gleichzeitig zeigt sich, dass bestimmte Gruppen ein erhöhtes Risiko für niedrige oder entleerte Speicher aufweisen.
Ernährungsform entscheidend für die Vitamin-B12-Versorgung
Ein zentraler Einflussfaktor auf die Vitamin-B12-Versorgung ist die Ernährungsform. Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen omnivorer, vegetarischer und veganer Ernährung. Omnivore, also Personen, die sich sowohl pflanzlich als auch tierisch ernähren, sind mit 74,8 Prozent am häufigsten ausreichend versorgt und liegen damit leicht über dem Gesamtdurchschnitt von 71,3 Prozent. Bei Veganer*innen liegt der Anteil bei 67,6 Prozent, bei Vegetarier*innen bei 61,1 Prozent und damit unter dem Durchschnitt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht allein der Verzicht auf tierische Produkte entscheidend ist, sondern vor allem der bewusste Umgang mit der Vitamin-B12-Zufuhr.
Asthma geht häufiger mit niedrigen Vitamin-B12-Werten einher
Die Daten zeigen, dass neben der Ernährungsweise auch Vorerkrankungen sowie Alter und Geschlecht einen Einfluss auf den Vitamin-B12-Haushalt haben können. Besonders deutlich zeigen sich Unterschiede bei bestimmten Erkrankungen. Personen mit Asthma weisen überdurchschnittlich häufig niedrige Vitamin-B12-Werte auf. Lediglich 56 Prozent der getesteten Asthma-Patient*innen verfügen über eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung.
Vitamin-B12-Werte variieren moderat nach Alter und Geschlecht
Auch Alter und Geschlecht zeigen einen messbaren Einfluss auf die Vitamin-B12-Versorgung. Mit zunehmendem Alter schwankt der Anteil ausreichend versorgter Personen leicht, bleibt jedoch insgesamt auf einem ähnlichen Niveau. Während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen rund 66 Prozent im Normalbereich liegen, steigt der Anteil bei den über 70-Jährigen auf 76 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich, dass in den mittleren Altersgruppen häufiger entleerte Vitamin-B12-Speicher auftreten als bei jüngeren und älteren Personen. Zwischen den Geschlechtern fallen die Unterschiede moderat aus. Männer sind mit 72,5 Prozent etwas häufiger ausreichend versorgt als Frauen mit 70,7 Prozent. Entleerte oder fast entleerte Vitamin-B12-Speicher treten bei Frauen geringfügig häufiger auf als bei Männern.
„Die Auswertung zeigt, dass verschiedene Faktoren die Vitamin-B12-Versorgung beeinflussen können. Während Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen nur begrenzt beeinflussbar sind, ist die Ernährungsweise der zentrale Faktor, auf den Menschen selbst aktiv Einfluss nehmen können. Entscheidend ist dabei weniger die konkrete Ernährungsform als ein informierter und bewusster Umgang mit der Vitamin-B12-Zufuhr – etwa indem man den eigenen Status kennt und bei Bedarf gezielt ergänzt“, sagt Olaf Schneider, Gründer und CEO von cerascreen.