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Blutfette: Werte verstehen und gezielt senken

Von: Moritz Jaax
Aktualisiert am 13.02.2026


Mit Blutfetten sind vor allem die verschiedenen Arten von Cholesterin und Triglyceride gemeint. All diese Stoffe sind Fette, die durch das Blut im Körper zirkulieren und unter anderem als Energielieferant und Baustein von Zellmembranen dienen. Zusätzlich zu den Blutfetten messen Ärzt*innen heute auch oft das Lipoprotein(a), ein Eiweiß, das für den Transport von Fetten durch den Körper zuständig ist.

Erhöhte Blutfettwerte sind ein wichtiges Warnzeichen. Sie sind ein bedeutender Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vor allem für Arteriosklerose. Lassen Sie diese Werte regelmäßig überprüfen, können Sie bei Problemen früh gegensteuern und Vorsorge betreiben. Denn Blutfette lassen sich durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und andere Gewohnheiten gut beeinflussen.

Blutfette: Die wichtigsten Fakten

  • Blutfette wie Cholesterin und Triglyceride sind lebenswichtige Bausteine, schaden aber im Übermaß den Gefäßen.

  • Vor allem LDL-Cholesterin gilt als „schlechtes Cholesterin“, da es zur Entstehung einer Arteriosklerose beiträgt.

  • Ein weiterer wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Lipoprotein(a), das sich ebenfalls im Blut bestimmen lässt.

  • Sie können Ihre Blutfette durch Ernährung und Bewegung beeinflussen, bei deutlich erhöhten Werten kommen auch Medikamente infrage.

Warum sind erhöhte Blutfette gefährlich?

Sind LDL-Cholesterin und Triglyceride dauerhaft erhöht, kommt es zu Ablagerungen an den Blutgefäßen und damit zu einer Arteriosklerose, also einer Arterienverkalkung. Das HDL-Cholesterin, das als “gutes” Blutfett gilt, hat wiederum einen schützenden Effekt.

Risiken für Herz und Kreislauf

Eine Arteriosklerose schreitet schleichend und meist unbemerkt voran. Mögliche Langzeitfolgen sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie [1]:

  • Herzinfarkt

  • Schlaganfall

  • Koronare Herzkrankheit (KHK)

  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Dauerhaft erhöhte Triglyceridwerte erhöhen außerdem das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) und können zu sichtbaren Veränderungen an den Augen und auf der Haut führen [2].

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Lipoprotein(a)

Das Lipoprotein(a) gilt als weiterer wichtiger Risikofaktor für Herz und Kreislauf, den sich Ärzt*innen heute oft zusammen mit den Blutfetten anschauen. Das Lipoprotein(a), auch als Lp(a) abgekürzt, ist ein Transporteiweiß, das dabei hilft, Fette mit dem Blut durch den Körper zu transportieren. Wenn es in zu großen Mengen vorkommt, trägt das Lipoprotein(a) zu Entzündungen in den Blutgefäßen, zur Blutgerinnung und zu Ablagerungen an den Gefäßwänden bei. All diese Faktoren erhöhen auch das Risiko einer Arteriosklerose.

Wichtige Blutfette im Überblick

  • HDL-Cholesterin ist das “gute” Cholesterin. Es transportiert überschüssiges Cholesterin in die Leber und wirkt sich schützend auf die Blutgefäße aus.

  • LDL-Cholesterin gilt als “schlechtes” Cholesterin. Es verteilt Fette von der Leber aus überall im Körper. Zu hohe Werte steigern das Risiko von Arteriosklerose.

  • Triglyceride sind die häufigsten Fette im Körper. Erhöhte Werte im Blut sind ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung und Fettleber.

  • Lipoprotein(a) ist kein Fett, sondern ein Transportprotein, wird aber oft im Rahmen einer Blutfettanalyse mit erhoben.

Illustration von roten Blutkörperchen und gelben Fettzellen in einem Blutgefäß

Ursachen für erhöhte Blutfettwerte

Wenn die Blutfettwerte stark erhöht sind, liegt meistens eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Lebensstil-Faktoren wie der Ernährungsweise vor. Auch bestimmte Krankheiten und Medikamente beeinflussen die Blutfette.

Generell steigt das Risiko mit dem Alter, weil die Leber das LDL-Cholesterin immer schlechter abbauen kann. Erhöhte Cholesterinwerte werden meistens zwischen 40 und 59 Jahren festgestellt. Männer haben ein höheres Risiko als Frauen,  [3].

Fettstoffwechsel bei Frauen

Lange galt es als klar, dass Männer schlechtere Cholesterinwerte haben, unter anderem, weil sie in jeder Altersklasse niedrigere Werte des “guten” HDL-Cholesterins haben. Doch neuere Studien zeigen, dass sich die Blutfette bei Frauen ab den Wechseljahren drastisch verändern.

In dieser Phase steigen die Werte von LDL-Cholesterin und Lipoprotein(a). Weil Frauen bis zu diesem Zeitpunkt oft gute Werte haben und vielen die Besonderheiten des weiblichen Cholesterinstoffwechsels nicht bewusst sind, werden die schlechten Blutfette und ihre Folgen bei Frauen oft übersehen oder spät erkannt [4].

Lebensstil

Unsere Gewohnheiten rund um Ernährung, Bewegung, Schlaf und Stress beeinflussen den Fettstoffwechsel und die Blutfettwerte. Diese Lebensstil-Faktoren tragen am meisten zu schlechten Blutfettwerten bei [5]:

  • Viel gesättigtes Fett, zum Beispiel aus rotem Fleisch und Wurst, erhöht das schädliche LDL-Cholesterin.

  • Starkes Übergewicht führt ebenfalls zu höheren LDL-Werten.

  • Bewegungsmangel beeinflusst den Fettstoffwechsel negativ.

  • Alkohol kann das Gesamtcholesterin steigern.

  • Rauchen senkt das schützende HDL-Cholesterin.

  • Chronischer Stress verändert die Spiegel von Hormonen im Körper. Das kann dazu führen, dass mehr Cholesterin gebildet wird.

Genetische Veranlagung

Auch Ihre Gene beeinflussen, wie hoch das Risiko für erhöhte Blutfettwerte ist. Manche Menschen haben wegen ihrer Veranlagung deutlich erhöhtes LDL-Cholesterin, obwohl sie sich gesund ernähren und ausreichend bewegen. Fachleute sprechen dann auch von einer familiären Hypercholesterinämie. In diesem Fall ist es besonders wichtig, die erhöhten Werte frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern, bevor es zu Schäden an den Blutgefäßen kommt. Auch erhöhtes Lipidprotein(a) ist zu großen Teilen genetisch bedingt.

Wenn Sie Fälle von hohem Cholesterin, Schlaganfall oder Herzinfarkt in Ihrer Familie haben, ist es empfehlenswert, die Blutfettwerte regelmäßig zu überprüfen.

Krankheiten

Alle Erkrankungen, die den Fettstoffwechsel beeinflussen, können auch das Risiko von erhöhten Blutfettwerten steigern. Studien zeigen, dass unter anderem Menschen, die unter den folgenden Krankheiten leiden, im Schnitt schlechtere Blutfettwerte haben:

  • Bluthochdruck

  • Diabetes mellitus

  • Chronische Leber- und Nierenstörungen

  • Chronische Entzündungen, zum Beispiel durch rheumatische Erkrankungen oder chronische Infekte

  • Fettleibigkeit (Adipositas)

  • Schilddrüsenunterfunktion

  • Schlafapnoe

Medikamente

Die Einnahme bestimmter Medikamente beeinflusst die Werte von Cholesterin und anderen Blutfetten. Dazu gehören zum Beispiel [5]:

  • Betablocker gegen Bluthochdruck

  • Chemotherapien gegen Krebs

  • Steroide gegen chronisch-entzündlich Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis

  • Immunsuppressiva

  • Retinoide, die bei Akne eingesetzt werden

Wenn Sie diese Medikamente einnehmen und erhöhte Blutfettwerte haben, sprechen Sie mit Ihren behandelnden Ärzt*innen. Oft ist es nicht ratsam, wichtige Medikamente abzusetzen – in einigen Fällen lassen sich aber andere Wirkstoffe finden, die den Fettstoffwechsel weniger beeinflussen.

Erhöhte Blutfettwerte bemerken

Erhöhte Blutfettwerte zeigen sich in der Regel nicht durch spezifische Beschwerden. Selbst die häufigste Folgeerkrankung von schlechten Cholesterinwerten, die Arteriosklerose, verläuft oft lange ohne Symptome. In vielen Fällen bemerken Menschen diese Schäden am Herz-Kreislauf-System erst, wenn es dadurch zu schweren Erkrankungen wie einem Herzinfarkt kommt. Deswegen ist es so wichtig, Prävention zu betreiben und die Blutfette zu managen, bevor es zu Problemen kommt.

Die seltenen Anzeiger hoher Blutfette: Xanthelasmen. So bezeichnet man sichtbare gelbliche Fettablagerungen, die als seltenes Symptom von stark erhöhten Cholesterinwerten gelten. Die Xanthelasmen treten zum Beispiel als gelbe Flecken an den Augenlidern oder einem milchigen Ring um die Iris herum auf [6].

Das Lipidprofil bestimmen

Wie der Name schon nahelegt, lassen sich Blutfette im Blut messen. Werte wie LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin, Gesamtcholesterin und Triglyceride sind Teil ärztlicher Check-Ups und anderer gesundheitlicher Tests. Zusammengenommen bilden diese Blutfettwerte Ihr Lipidprofil. Es ist sinnvoll, das Lipidprofil regelmäßig testen zu lassen und Veränderungen im Blick zu behalten, um frühzeitig gegensteuern zu können. 

Moderne Labore messen häufig auch das sogenannte “Nicht-HDL-Cholesterin”, also das Gesamtcholesterin abzüglich des HDLs. Einige Studien legen nahe, dass dieser Parameter aussagekräftiger ist als der LDL-Wert und in Zukunft zu einem der wichtigsten Vorsorge-Messwerte für die Herz-Kreislauf-Gesundheit werden könnte [7].

Lipoprotein(a) zu messen wird vor allem Menschen empfohlen, die Fälle von erhöhten Cholesterinwerten in ihrer Familie haben oder auf die andere Risikofaktoren für Arteriosklerose zutreffen. Das gilt zum Beispiel bei langjährigen Rauchern, starkem Übergewicht oder auch für Frauen nach den Wechseljahren.

Blutfettwerte senken

Wenn sie stark erhöhte Blutfettwerte haben, vor allem bei hohem LDL-Cholesterin, sollten Sie sich mit Ihren Ärzt*innen besprechen. In manchen Fällen können dann Statine sinnvoll sein, Medikamente, die den Cholesterinspiegel senken.

Oft genügen aber auch erst einmal Anpassungen am Lebensstil wie eine Ernährungsumstellung. Solche Maßnahmen dienen auch der Prävention. Da schlechte Blutfettwerte über Jahre hinweg entstehen, können Sie mit einer dauerhaft gesunden Lebensweise vorbeugen.

Die wichtigsten Maßnahmen, um Blutfette zu verbessern [1], [8]:

  • Gesättigte Fette und Transfettsäuren in der Ernährung reduzieren

  • Mehr Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und Vollkornprodukten

  • Mehr Bewegung in den Alltag einbauen

  • Bei starkem Übergewicht abnehmen

  • Rauchstopp

  • Bei Bluthochdruck weniger Salz zu sich nehmen

Quellen

[1] „Overview: High cholesterol“, in InformedHealth.org [Internet], Institute for Quality and Efficiency in Health Care (IQWiG), 2025. Zugegriffen: 12. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK279318/ 

[2] „High Blood Triglycerides - High Blood Triglycerides | NHLBI, NIH“. Zugegriffen: 12. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.nhlbi.nih.gov/health/high-blood-triglycerides 

[3] CDC, „Risk Factors for High Cholesterol“, Cholesterol. Zugegriffen: 12. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.cdc.gov/cholesterol/risk-factors/index.html 

[4] I. Gouni-Berthold und U. Laufs, „Special Aspects of Cholesterol Metabolism in Women“, Dtsch. Arzteblatt Int., Bd. 121, Nr. 12, S. 401–406, Juni 2024, doi: 10.3238/arztebl.m2024.0063. 

[5] „Blood Cholesterol - Causes and Risk Factors | NHLBI, NIH“. Zugegriffen: 12. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: https://www.nhlbi.nih.gov/health/blood-cholesterol/causes 

[6] A. M. Al Aboud, S. S. Shah, K. Blair, und D. M. Al Aboud, „Xanthelasma Palpebrarum“, in StatPearls, Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, 2025. Zugegriffen: 12. Februar 2026. [Online]. Verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK531501/ 

[7] M. Ma, J. Hao, X. Liu, Y. Lv, F. Liu, und N. Wei, „U-shaped relationship between the non-HDL to HDL cholesterol ratio and mortality in hypertensive individuals in the study from NHANES database“, Sci. Rep., Bd. 15, Nr. 1, S. 20657, Juli 2025, doi: 10.1038/s41598-025-07141-z. 

[8] L. Hooper, N. Martin, O. F. Jimoh, C. Kirk, E. Foster, und A. S. Abdelhamid, „Reduction in saturated fat intake for cardiovascular disease“, Cochrane Database Syst. Rev., Bd. 5, Nr. 5, S. CD011737, Mai 2020, doi: 10.1002/14651858.CD011737.pub2. 

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