Laktoseintoleranz


Wenn Milchzucker krank macht

Ein Glas Milch ist für Sie keine Wohltat, sondern Auslöser von Bauchschmerzen? Dann gehören Sie womöglich auch zu den 10 Millionen Menschen in Deutschland, die keine Laktose vertragen. Laktoseintoleranz, auch bekannt als Milchzuckerunverträglichkeit, ist für viele eine Qual, insbesondere wenn sie noch nicht davon wissen. Verantwortlich ist ein Enzym, das nicht ausreichend vorhanden ist oder gänzlich fehlt. Bauchschmerzen, Durchfall oder Unwohlsein – die Symptome sind unangenehm bis richtig schmerzhaft. Jedoch müssen Sie nicht zwingend auf Milch, Eis und Käse verzichten. Zum einen ist der Schweregrad einer Laktoseintoleranz bei jedem unterschiedlich – mit ein paar Tipps sollten Sie Ihre persönliche Toleranzgrenze relativ schnell herausfinden können. Zum anderen gibt es zahlreiche Alternativen, die einem den Genuss von milchhaltigen Produkten ermöglichen. Manchmal führt uns die Lebensmittelindustrie gerne mal in die Irre, indem sie alle möglichen Produkte als laktosefrei kennzeichnet – selbst die, die von Natur aus laktosearm sind. Das gilt vor allem für viele Käsesorten – selbst wenn Sie laktoseintolerant sind, ist gegen den Verzehr oft nichts einzuwenden.

Eins ist klar: Wer keinen Milchzucker verträgt, muss zunächst seine Ernährung umstellen. Doch wie sieht das Leben mit der Laktoseintoleranz aus? Und wie bemerkt man sie? Auf Basis aktueller wissenschaftlicher Studien klären wir über mögliche Ursachen und Symptome auf – und verraten, welche Therapien empfehlenswert sind. Außerdem beantworten wir Fragen zum Zusammenhang von Laktoseintoleranz und Diabetes, Akne, Asthma und Depressionen anhand aktueller Studien.

Welcher Test ist der Richtige für Sie? Nutzen Sie unseren Testberater!

Jetzt Testberater ausprobieren

Was ist Laktose?

Laktose beziehungsweise Milchzucker ist ein Zweifachzucker, der sich aus Glucose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) zusammensetzt. Laktose kommt vor allem in der Milch von Säugetieren und den daraus hergestellten Milchprodukten wie Käse, Quark und Frischkäse vor. Der Gehalt an Laktose variiert je nach Herstellungsprozess. So besitzen Hartkäsesorten beispielsweise einen geringeren Anteil an Laktose als Frischkäse, weil Milchsäurebakterien die Laktose abbauen[1].

Was ist eine Laktoseintoleranz?

Laktoseintoleranz oder auch Laktose-Unverträglichkeit genannt, bedeutet, dass man den Milchzucker Laktose nicht verträgt. Normalerweise wird dieser Milchzucker im Dünndarm in seine Bestandteile zerlegt, damit er vom Körper weiterverarbeitet werden kann. Für diese Zerlegung sorgt das Enzym Laktase. Ist es nicht ausreichend vorhanden oder fehlt sogar gänzlich, kann die Laktose nicht gespalten und verwertet werden. Dann spricht man von einer Laktose-Unverträglichkeit mit Beschwerden im Magen-Darm-Trakt als unangenehme Folge[1].

Ursachen für die Beschwerden – Die Kohlefabrik

Nachfolgend finden Sie eine genauere Darstellung des biochemischen Ablaufs einer Laktoseintoleranz vereinfacht dargestellt:

Stellen Sie sich den Magen-Darm-Trakt in diesem Falle wie eine Kohlefabrik vor. Statt Kohle wird Laktose verarbeitet und statt Mitarbeitern gibt es das Enzym Laktase. Die Tonnen an Kohle werden zügig von einer ausreichenden Anzahl an motivierten Mitarbeitern auf dem Fließband zerkleinert. Nur so können die Kollegen der nächsten Station arbeiten. Dabei entstehen Nebenprodukte - harmlose Mengen an Gasen. Wenn nun aber ein Teil oder alle der fleißigen Mitarbeiter fehlen, findet keine Zerkleinerung statt. Die Kohlestücke werden in groben Stücken zur nächsten Station transportiert. Die Maschinen laufen hochtourig und stoßen hohe Mengen an Nebenprodukten - die Gase aus. Alle in der Fabrik husten, keuchen und leiden unter den Beschwerden. So ähnlich ist es bei einem Mangel an Laktase im Dünndarm. Laktose wird nicht in Glucose und Galactose gespalten und gelangt ungespalten in den Dickdarm. Dort verwerten Dickdarmbakterien die unveränderte Laktose, woraus sich Kohlendioxid, Wasserstoff, Methan und kurzkettige Fettsäuren bilden. Kohlendioxid ist verantwortlich für Blähungen und schlechten Atem. Die Fettsäuren hingegen entziehen dem Darm Wasser und verdünnen den Stuhl - Durchfälle sind die Folge. Durch die Mengen an Gase entstehen bemerkbare Darmgeräusche. Müdigkeit und Sodbrennen können auch auftreten[3].

Die Formen einer Laktoseintoleranz

Warum der Körper weniger oder gar keine laktosespaltenden Enzyme - die Laktase – produziert, hat verschiedene Gründe. Generell gilt, dass die Produktion des Enzyms mit stetig steigendem Alter abnimmt. Eine Erklärung ist die Versorgung mit Muttermilch von klein auf. Der menschliche Körper bildet in dieser Zeit genügend Laktase. Wird die Muttermilch abgesetzt, lässt die Laktaseproduktion nach. Dieser physiologische Laktase-Mangel ist weltweit verbreitet. Weitere seltenere Formen sind[2]:

Der primäre Laktase-Mangel: Der absolute Laktase-Mangel ist ein angeborener Enzymdefekt, bei dem von Geburt an die Bildung von Laktase stark eingeschränkt ist. Diese Form der Erkrankung ist sehr selten. Wird die Krankheit nicht frühzeitig behandelt, kann es zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen des Säuglings kommen[2].

Sekundärer Laktase-Mangel: Dabei handelt es sich um die Laktoseintoleranz als Begleiterscheinung einer vorhandenen Grunderkrankung. Ursache für den Mangel an Laktase ist eine Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dies kann beispielsweise bei der Zöliakie oder den entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa der Fall sein. Daher kann diese Form in jedem Alter auftreten. Bei Symptomlinderung dieser Grunderkrankungen können auch gleichzeitig die Beschwerden der Laktoseintoleranz abnehmen[2].

Milchallergie = Laktoseintoleranz?

Immer wieder werden diese beiden Begriffe in einem Topf geworfen, denn bei beiden ist die Milch der Auslöser für die Beschwerden. Aber mehr haben die Milcheiweiß-Allergie und die Laktoseintoleranz nicht gemeinsam. Bei einer Allergie ist das Immunsystem beteiligt. Die Laktoseintoleranz hingegen beruht auf einer fehlenden oder unzureichenden Enzymproduktion ohne Beteiligung des Immunsystems.

Laktoseintoleranz – Symptome

Wie bemerkt man eine Laktoseintoleranz?

Eine Laktoseintoleranz lässt sich relativ eindeutig durch die nachfolgenden Symptome erkennen. Nach einem Glas Milch treten bei einer Intoleranz folgende Symptome im Magen-Darm-Bereich auf[1]:

  • Blähungen
  • Durchfall, Verstopfung
  • Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen

Weitere unspezifische Symptome können auch Kopfschmerzen, Migräne bis hin zu Übelkeit und Erbrechen sein[1].

Gut zu wissen:

Dadurch, dass die Laktose ungespalten in den Dickdarm gelangt und dort von den Darmbakterien zersetzt wird, kann es zu unangenehmem Mundgeruch kommen. Ein Grund ist die große Produktion an Methan und Kohlendioxid. Wird Methan ausgeatmet, kommt es zu einem übelriechenden Geruch[1]. 

Wann treten die Symptome einer Laktoseintoleranz auf?

Wann genau die Symptome vorkommen, ist unterschiedlich und ebenfalls durch die Aktivität der Laktase bedingt. So kann sich der Bauch innerhalb von 30 Minuten oder erst ein paar Stunden nach dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel mit lauten Geräuschen bemerkbar machen[3].

Gut zu wissen:
Laktose führt nicht nur bei einer Intoleranz zu Durchfällen. Bei großen Mengen an laktosehaltigen Lebensmitteln kann auch bei Menschen mit einer normalen Laktase-Aktivität eine abführende Wirkung auftreten.

Probleme mit der Haut – ein Zusammenhang?

Ein Schluck Milch oder ein Happen vom Weintrauben-Käse-Spieß beim Grillabend und die Haut fängt auf einmal an, sich zu röten und zu jucken? Wenn nach dem Verzehr von Milchprodukten die juckenden Stellen auf der Haut stärker werden, wird oft die Laktoseintoleranz in den Raum geworfen. Allerdings wirkt sich die Intoleranz gegenüber Milch hauptsächlich auf den Magen-Darm-Trakt aus. Die Milch kann dennoch der Auslöser sein. Hier würde eher eine Milch-Allergie in Verdacht stellen. Daher sollte bei Problemen mit der Haut eine mögliche Milch-Allergie in Betracht gezogen werden. Eine Laktose-Unverträglichkeit lässt zwar den Bauch aufschreien, aber nicht die Haut jucken[4] !

Laktoseintoleranz – Ursachen

Was sind die Ursachen einer Laktoseintoleranz?

Die Ursachen eine Laktoseintoleranz sind von der jeweiligen Form abhängig. Klar ist, dass eine zu geringe geringe Laktasemenge im Dünndarm der Grund für die unangenehmen Symptome im Magen-Darm-Bereich ist. Wie stark die Symptome ausfallen, ist individuell und abhängig von der Stärke der Intoleranz. Sprich, davon, wie viel Laktase noch gebildet wird und somit auch wie viel Laktose wir aufnehmen.

Die körpereigene Rückbildung von Laktase

Fest steht: Die körpereigene Bildung von Laktase im Dünndarm nimmt beim Säugling/Kleinkind nach dem Stillen ab. Der Körper passt sich hier an die aufgenommene Nahrung an. Säuglinge sind Weltmeister im Milchtrinken, ohne irgendwelche Beschwerden zu haben. Verwechseln Sie das Bäuerchen nach dem Stillen nicht mit einem Symptom. Neugeborene produzieren vorerst selbst Laktase, um den Milchzucker in der Muttermilch zu spalten und zu verwerten. Ab der Einführung der Beikost sinkt die Aktivität und Bildung der Laktase. Inwieweit sie abnimmt, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich[2].

Ein weiterer Grund für den Rückgang der Laktaseproduktion kann die Schädigung der Dünndarmschleimhaut durch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa oder Zöliakie sein. Solche Darmerkrankungen beeinträchtigen die Bildung und die Aktivität der Laktase[2].

Gut zu wissen:

Wenn das Kind keine Milch verträgt, kann eine Milch-Allergie vorliegen. Diese tritt besonders im Kleinkindalter auf.

Die Rolle der Genetik

Es besteht die Theorie, dass eine Laktoseintoleranz genetisch bedingt sein kann. Besonders Asiaten und Südafrikaner leiden an einer Laktoseintoleranz. Europäer und Nordafrikaner hingegen genießen das Glas Milch am Morgen größtenteils unbeschwert. Aber warum? Ein Zusammenhang besteht hier mit den Anfängen des Sesshaftwerdens der Menschen und der Einführung der Landwirtschaft. Unsere Vorfahren haben durch das gemeinsame Leben mit Milchkühen und dem Verzehr der Milch über viele Jahre hinweg angefangen, Laktase zu bilden. Somit stand ihnen Milch als Hauptnahrungsmittel zur Verfügung, wodurch heutzutage Menschen im Norden Milch deutlich besser vertragen als die im Süden lebenden. Die nachfolgenden Zahlen zur Häufigkeit einer Laktoseintoleranz unterstreichen diese Hypothesen[5].

Häufigkeit einer Laktoseintoleranz

Weltweit sind 75 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung von einer Laktoseintoleranz betroffen. In Deutschland sind allein 15-20 Prozent der Bevölkerung nicht in der Lage, die Laktose aus Lebensmitteln zu verdauen. Was bei der Häufigkeit der Unverträglichkeit ins Auge sticht, ist ein Nord-Süd-Gefälle, besonders in Europa. So leiden im Norden Europas weniger Menschen an einer Laktoseintoleranz als im Süden[2].

In Schweden betrifft eine Laktoseintoleranz knapp 5 Prozent der Bevölkerung, wohingegen im Süden Italiens 68 Prozent der Bevölkerung an dieser Unverträglichkeit leiden. Menschen im asiatischen Raum vertragen bekannterweise kaum bis gar keine Milch. In Japan sind es bis zu 98 Prozent der Bevölkerung mit einer Laktoseintoleranz[2].

Laktoseintoleranz – Therapie

Sofern eine Laktoseintoleranz diagnostiziert worden ist, muss erst einmal auf laktosehaltige Lebensmittel verzichtet werden. Je nach Ausprägung der Beschwerden können diese aber in kleinen Mengen wieder in die Ernährung eingebaut werden. Wie Sie die laktosehaltigen Lebensmittel in Ihren Speiseplan geschickt einbauen ohne jegliche Beschwerden, erfahren Sie hier.

Wie behandelt man eine Laktoseintoleranz?

Die richtige Behandlung einer Laktoseintoleranz ist abhängig von dem jeweiligen Schweregrad der Unverträglichkeit. Danach richtet sich, wie sehr Betroffene den Verzehr von Laktose reduzieren oder vollständig meiden müssen. Sollte die Intoleranz durch eine Erkrankung, wie die Zöliakie bedingt sein (sekundärer Laktase-Mangel), so müssen Sie den Fokus auf die Behandlung der Grunderkrankung legen. Ansonsten können Sie folgende Schritte zur Behandlung einer Laktoseintoleranz befolgen[3].

Nach der Diagnose gehen Sie folgendermaßen vor: Die Behandlung eines primären Laktase-Mangels sieht eine Änderung der Essgewohnheiten vor. Das heißt, Betroffene müssen laktosehaltige Lebensmittel aus der täglichen Ernährung streichen. Die Umstellung der Ernährung erfolgt in drei Schritten. Im ersten Schritt wird der Magen-Darm-Trakt durch Weglassen von Laktose bzw. laktosehaltigen Lebensmitteln entlastet. In den nächsten beiden Schritten werden zunächst die Restaktivität der Laktase und die individuelle Toleranzschwelle bestimmt. Sie tasten sich langsam voran, wieviel Laktose Sie vertragen.

  1. Phase - Laktosekarenz
    Die Laktosekarenz beschreibt einen kompletten Verzicht auf Laktose. Hierbei führen Sie maximal zwei Wochen eine streng laktosearme Kost ein. Zudem meiden Sie Zuckeralkohole (Sorbit, Xylit, Maltit, Mannit und Isomalt), die ebenfalls Beschwerden auslösen. Ziel ist, die Beschwerden weitestgehend zu eliminieren. Dabei wird eine leichte Vollkost als Grundkost empfohlen. Eine leichte Vollkost beinhaltet das Meiden von Hülsenfrüchten, Kohlsorten, frittierten Speisen, Zwiebeln und stark verarbeiteten und gewürzten Lebensmitteln[6].
  2. Phase – Testphase
    In dieser Phase werden nach und nach laktosehaltige Lebensmittel inklusive Milch und Milchprodukte wieder eingeführt. So kann die individuelle Verträglichkeit der Laktose herausgefunden werden. Man beginnt mit sehr kleinen Mengen an Lebensmitteln und steigert diese nach und nach. Das „Austesten“ wird nach dem Auftreten von Symptomen gestoppt. Das Ziel ist, die eigene Toleranzschwelle zu erfahren. Der Betroffene weiß so ganz genau, wie viel er an Milch- und Milchprodukten verträgt und muss nicht sein Leben lang auf laktosehaltige Lebensmittel verzichten.
  3. Phase - Dauerernährung
    Die dritte und letzte Phase gilt der Festlegung der Dauerernährung. Dabei gilt die besondere Aufmerksamkeit der Deckung des Nährstoffbedarfs. Am besten achten Sie auch darauf, welche Lebensmittel einen hohen Laktose-Gehalt vorweisen. Wer nur eine geringe Laktase-Produktion aufweist, muss selbst bei kleinsten Mengen an Laktose aufpassen und daher eine laktosefreie Ernährung einhalten. Die meisten Betroffenen müssen keine strenge Form der laktosefreien Ernährung einhalten, da die Laktase-Produktion in der Regel nicht so niedrig ist. Bei einer leichten Laktoseintoleranz können bis zu zehn Gramm Laktose am Tag problemlos vertragen werden.

Die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass es bei der Aufnahme von geringen Laktosemengen (unter 3 g) selten zu Reaktionen kommt. Lebensmittel mit geringen Laktosemengen können somit meist ohne Probleme vertragen werden. Beschwerden treten oft erst bei Laktosemengen von über 10 g auf!

Ausgewählte Lebensmittel

Gehalt an Milchzucker in g/100g

Milch

4,8

Quark (mager)

4,1

Joghurt (natur)

4,0

Joghurt (mit Zusatz von Magermilchpulver)

5,3

Schmelzkäse (schnittfähig)

8,9

Rahmfrischkäse

3,4

Laktase-Tabletten

Während der Ernährungsumstellung besteht die Möglichkeit, das Enzym Laktase in Form von Tabletten oder Kapseln einzunehmen. Sie müssen kurz vor dem Verzehr laktosehaltiger Nahrungsmittel eingenommen werden. Dabei ist es von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ob die Tabletten Wirkung zeigen. Sie müssen zunächst die richtige Dosierung für sich feststellen, um Beschwerden erfolgreich zu vermeiden. Die Einnahme von solchen Laktase-Tabletten sollte jedoch nur in Ausnahmefällen stattfinden. Eine ständige Nutzung dieser Tabletten reduziert die restliche Laktase-Aktivität im Körper stark. Als Folge davon werden laktosehaltige Lebensmittel schlechter vertragen als vor der Testphase. Laktoseintolerante Menschen sollten ihre Ernährung stattdessen lieber auf eine laktosearme bzw. laktosefreie Ernährung umstellen, damit sich ihr Darm erholen kann und entlastet wird.

Wann verbessert sich die Laktoseintoleranz?

Eine Besserung der Laktoseintoleranz können Sie nach zwei Wochen einer laktosefreien Ernährung bemerken. In dieser Zeit erholt sich die geschädigte Dünndarmschleimhaut. Wenn Sie an der angeborenen Form der Laktoseintoleranz leiden, wird die notwendige Laktase jedoch ein Leben lang nicht ausreichend gebildet. Bei der erworbenen Form kann ein Rückgang der Beschwerden erfolgen. Dafür muss die Grunderkrankung zunächst geheilt werden[7].

Welche Lebensmittel darf man bei einer Laktoseintoleranz nicht essen?

Laktose ist vor allem in Milch und Milchprodukten wie Quark, Käse, Frischkäse, Mozzarella und Joghurt enthalten. Neben der Kuhmilch enthalten Schafs- und Ziegenmilch auch Laktose und müssen dementsprechend gemieden werden.

Lebensmittel mit einem hohen Laktosegehalt sind im Folgenden aufgelistet. Bei einer sehr leichten Laktoseintoleranz können diese Nahrungsmittel in kleinen Mengen gegessen werden. Hier müssen Sie individuell austesten, wie stark Ihre Intoleranz ist. Fangen Sie mit ganz kleinen Mengen an und steigern Sie diese Schritt für Schritt. Merken Sie ab einer bestimmten Menge, dass die typischen Magen-Darm-Beschwerden aufkommen, stoppen Sie die Aufnahme. So stellen Sie ihre ganz persönliche Grenze der Verträglichkeit fest. Ein Ernährungstagebuch kann Ihnen hierbei behilflich sein.

Das deutsche Ernährungsberatungs- und Informationsnetz hat diese Liste veröffentlicht, bei der bedacht werden muss, dass die aufgeführten Lebensmittel unterschiedlich hohe Laktosegehalte besitzen:

Lebensmittelgruppe

Laktosehaltige Lebensmittel

Milch/Milchprodukte

Milch, Käse, Trockenmilch, Pudding, Mixgetränke, Kakao, Süßspeisen, Kaffeeweißer, Kondensmilch, Sahne, Sauerrahm, Dickmilch, Kefir, Joghurt, Sauermilch, Molke, Quark, Hüttenkäse, Schmelzkäse, Käsezubereitungen

Brot/Backwaren

Milch, Milchpulver o.ä. können enthalten sein in: Brot- und Kuchenbackmischungen, Milchbrötchen, Waffeln, Kuchen, Kekse, Knäckebrot, Kräcker

Fertiggerichte

Pizza, Tiefkühlfertiggerichte, Konserven

Süßwaren

Eiscreme, Schokolade, Sahne- und Karamellbonbons, süße Riegel, Nougat, Nuss-Nougat-Creme, Pralinen

Fleisch/Wurstwaren

Würstchen, Leberwurst, fettreduzierte Wurstwaren, Wurstkonserven

Instant-Erzeugnisse

Instant-Suppen, Instant-Soßen, Instant-Cremes, Kartoffelpüreepulver, Knödelpulver, Bratling-Mischungen

Fertigsoßen

Gourmet-, Grill-, Salatsoßen, Mayonnaise

Weitere Produkte

Müslimischungen, Margarineprodukte, Streichcremes


Welche Lebensmittel darf man bei einer Laktoseintoleranz essen?

Neben den laktosefreien Varianten, die bislang alle Supermarkt-Regale füllen, gibt es auch eine Vielzahl an Lebensmittel, die von Natur aus laktosefrei sind. Sollten Sie dann doch mal auf laktosehaltige Lebensmittel zurückgreifen müssen bzw. wollen, sind Laktase Tabletten eine geeignete Alternative.

Auch wenn der Markt für die Herstellung der laktosefreien Produkte derzeit boomt, müssen nicht zwangsläufig alle Milchprodukte durch die laktosefreien Varianten ersetzt werden. Beispielsweise sind einige Käsesorten und auch Butter arm an Laktose. Folgende Käsesorten können bei bestehender Laktoseintoleranz beschwerdefrei verzehrt werden:[8]
  • Appenzeller
  • Emmentaler
  • Cheddar
  • Bergkäse
  • Parmesan

      Generell gilt, je weicher der Käse, desto mehr Laktose ist enthalten. Mozzarella beispielsweise enthält 3g Laktose pro 100g. Gouda mit 45 % Fett hingegen weniger als 0,1g Laktose und zählt somit zu den laktosefreien Produkten[9].

      Alle Produkte mit weniger als 0,1g Laktose pro 100g dürfen als laktosefrei gekennzeichnet werden!

      Magerquark gilt als der Fitness-Snack schlechthin nach dem Training. Nicht nur beim Muskelaufbau ist er ein treuer Begleiter, sondern auch beim Abnehmen! Aber Achtung: Er enthält etwa 3g Laktose. Im Kühlregal finden Sie aber laktosefreien Magerquark. So können die Pfunde purzeln und die Muskeln wachsen trotz einer Laktose-Unverträglichkeit[9].

      Fun Fact:
      80 % der Leute, die laktosefreie Lebensmittel kaufen, leiden nicht an einer Unverträglichkeit. Es herrscht der Mythos, dass laktosefreie Lebensmittel gesünder seien. Laktosefreie Lebensmittel sind keine Wunderwaffen für einen gesünderen Lebensstil. Ob Laktose enthalten ist oder nicht, spielt für ein gesünderes Leben ohne Unverträglichkeit keine Rolle!
      [10].

      Laktoseintoleranz und Calcium

      Jedem ist der Spruch bekannt, dass die Milch die Knochen stark und robust hält. Der Grund: das in der Milch enthaltende Calcium. Es ist unerlässlich für den Aufbau von Knochen und Zähnen, die Muskelkontraktion und die Blutgerinnung. Ein Mangel an Calcium bewirkt Störungen im Knochengewebe wie Osteoporose, Karies, Herzprobleme und Probleme in der Reizweiterleitung[11]. Bei einer Laktoseintoleranz kann das Calcium als kritischer Nährstoff angesehen werden, wenn kein Ausgleich für Calcium mit alternativen Quellen dem Körper zugeführt wird. 

       

      Wussten Sie, dass laktosefreie Milch süßer schmeckt?
      Laktosefreie Milch enthält das Enzym Laktase. Die Laktose in der Milch ist bereits in ihre Bestandteile gespalten. Die Zuckermoleküle Glucose und Galactose liegen frei vor. Daher hat die laktosefreie Milch einen viel süßeren Geschmack als herkömmliche Milch. 

      Tipps für den Einkauf

      Gemäß der EU-Richtlinie (2007/68/EG) sind Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, in der Zutatenliste anzugeben, ob Laktose enthalten ist. Daher sollten Betroffene einer Laktoseintoleranz die Zutatenliste immer unter die Lupe nehmen. Diese Gesetzgebung bezieht sich zurzeit nur auf verpackte Lebensmittel. Produkte mit der Deklaration: „Kann Spuren von Milchbestandteilen enthalten“ sind für Menschen mit einer Laktoseintoleranz unbedenklich.

      Bei unverpackten Lebensmitteln empfiehlt es sich, immer den Herstellern oder Verkäufer zu fragen, beispielsweise in einer Eisdiele. Wer möchte denn im Sommer sein Eis mit Bauchschmerzen genießen? Eine Alternative bietet hier das Sorbet an. Vorsicht ist ebenfalls bei Medikamenten geboten. Diese können auch Laktose enthalten. Viele Hersteller deklarieren inzwischen ihre Produkte eigenständig als laktosefrei – manche in Form eines Siegels, andere gut sichtbar in Form eines Wortes[11].

      Folgende Tipps helfen, den Alltag mit einer Laktoseintoleranz zu erleichtern:

      1. Nicht nur die Kuhmilch enthält Laktose - ebenso: Ziegenmilch, Schafsmilch und Stutenmilch.
      2. Die Verträglichkeit der Milchprodukte lässt sich dadurch erhöhen, dass Sie diese über den Tag verteilt und zusammen mit den Mahlzeiten
      3. Lassen Sie Käse nicht wegen der Laktoseintoleranz weg, da er durch seinen hohen Anteil an Calcium einen wertvollen Beitrag zum Ausgleich der für Sie kritischen Nährstoffe beiträgt. Als allgemeine Regel gilt: Je älter der Käse, desto weniger Laktose ist enthalten.
      4. Sauermilchprodukte wie Kefir oder Joghurt sind verträglicher, da die darin enthaltenen Milchsäurebakterien die Laktose abbauen.
      5. Zur Optimierung Ihres Calciumhaushaltes sollten Sie calciumreiche Gemüsesorten, wie Grünkohl, Blattspinat und Brokkoli verzehren. Nutzen Sie außerdem das Kochwasser der entsprechenden Gemüsesorten.
      6. Verzichten Sie weitestgehend auf Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit und Xylit. Bei größeren Mengen haben Sie eine abführende Wirkung, die mit Blähungen und Durchfällen einhergeht.
      7. Teilweise können Medikamente Laktose enthalten. Deren Gehalt an Laktose ist allerdings sehr gering und verursacht normalerweise keine Beschwerden. Ggf. kann auf laktosefreie Alternativen zurückgegriffen werden. Besprechen Sie eine Umstellung vorher mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
      8. Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung durch Zufuhr von etwa 1,5 Liter pro Tag. Bei Durchfällen ist der Bedarf höher und sollte über 1,5 Liter liegen. Bevorzugen Sie Trink- und Mineralwässer, ungesüßten Früchte- oder Kräutertee und verdünnten Fruchtsaft (Schorlen mit 3 Anteilen Wasser und einem Anteil Saft). Bei den Mineralwässern sind calciumreiche Sorten zu bevorzugen.
      9. Psychische Belastungen wie Stress oder Ärger können die Darmfunktionen beeinträchtigen. Nehmen Sie sich daher Zeit für Ihr Essen.
      10. Last but not least: Beachten Sie die Zutatenliste! Diese kann sich unbemerkt jederzeit ändern. Produkte mit der Aufschrift „Kann Spuren von Laktose enthalten“ können verzehrt werden, da der Laktosegehalt sehr gering ist. 

      Laktoseintoleranz – Test

      Auch wenn die Symptome einer Laktoseintoleranz sehr eindeutig sind und oft direkt nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten auftreten, gibt ein Laktoseintoleranz-Test Klarheit und vor allem Sicherheit. Das Weglassen von Nahrungsmitteln auf eigene Faust ohne jegliche Grundlage kann schnell zu Nährstoffdefiziten führen. Ein Test auf eine vorhandene Laktoseintoleranz ist schmerzfrei und verläuft ohne Blutabnahme. Eine Beschreibung des Testverfahrens finden Sie nachfolgend zusammengetragen.

      Diagnostik – der cerascreen® Laktoseintoleranz Test

      Die Feststellung einer Laktoseintoleranz ist im wörtlichen Sinne nur einen Atemzug entfernt. Der Atemgastest beruht auf der Messung von Wasserstoff (H2-Atemtest) und Methan und ist das Goldstandardverfahren in der Diagnose der Laktoseintoleranz. Dabei werden nach der Einnahme einer laktosehaltigen Lösung in mehreren Zeitabständen Atemproben abgegeben. In diesen Atemproben wird die Konzentration an Wasserstoff und Methan gemessen, welche bei einer Intoleranz vermehrt gebildet werden[12].

      Warum cerascreen® zusätzlich die Konzentration an Methan misst

      Da circa 35 % der Menschen nicht genug Wasserstoff über die abgeatmete Luft liefern, misst der Test ebenfalls die Methankonzentration. Auch Methan wird bei einer Intoleranz vermehrt gebildet.

      Wie testet man eine Laktoseintoleranz?

      Um eine Laktoseintoleranz festzustellen, müssen Sie zunächst eine laktosehaltige Lösung trinken. Beim cerascreen® Laktoseintoleranz-Test müssen alle 30 Minuten Atemgasproben abgegeben werden, sodass letztlich fünf Proben vorliegen. Es ist wichtig, dass in diesen drei Stunden keinerlei Nahrung verzehrt wird. Nach der Probenentnahme werden die Proben in das Labor geschickt, um die Wasserstoff- und Methan-Konzentration zu messen. 

      Wo macht man einen Laktoseintoleranz-Test?

      Einen Laktoseintoleranz-Test können Sie bei Ihrem Hausarzt oder auch einem Allergologen durchführen lassen. Um eine Laktoseintoleranz festzustellen, verwendet der Arzt ebenfalls eine Atemgas-Analyse. Der Ablauf ist nahezu identisch mit dem Laktoseintoleranz-Test von cerascreen®. Der Test von cerascreen® misst zusätzlich die Methan-Konzentration, um eine Diagnose nach dem Goldstandard abzusichern. In der Regel misst der Arzt die ausschließliche Wasserstoff-Konzentration. 

      Wie lange dauert ein Laktoseintoleranz-Test?

      Ein Laktoseintoleranz-Test dauert je nach Anzahl der notwendigen Proben bis zu drei Stunden. Dabei ist zu beachten, dass Sie nach der Einnahme von Laktose keine anderen Nahrungsmittel zu sich nehmen dürfen. Alle 30 Minuten wird eine Atemgasprobe abgegeben. Der cerascreen® Laktoseintoleranz-Test benötigt fünf Atemgasproben. In dieser Zeit empfiehlt es sich, zu Hause zu sein. Beim Arzt ist dies nicht möglich. Die Durchführung verläuft vor Ort; in der Regel im Wartezimmer. Bei einer vorhandenen Intoleranz kommt es zu den genannten Symptomen, die je nach Schwere unterschiedlich stark ausfallen können. 

      Laktoseintoleranz – Messwerte

      Zur Auswertung einer Laktoseintoleranz untersucht man die Differenzen der Konzentrationen an den ausgeatmeten Gasen Wasserstoff und Methan im Vergleich zum Nüchternwert. Die Messungen verlaufen in regelmäßigen Zeitabständen nach Einnahme der laktosehaltigen Lösung. Sollte bei den Wasserstoff-Messungen eine Differenz von 20 ppm (parts per million) und/oder bei denen von Methan eine Differenz von 12 ppm auftreten, ist eine Laktose-Unverträglichkeit wahrscheinlich. Wenn bei Methan die Differenz geringer ausfällt, ist das Ergebnis der Wasserstoff-Messung der aussagekräftigere Parameter.

      Beispiel einer Atemgasanalyse

      Wasserstoff-Atemgasanalyse

      Differenz nach 30 Minuten

      8,0 ppm

      Differenz nach 60 Minuten

      22,0 ppm

      Differenz nach 120 Minuten

      7,0 ppm

      Differenz nach 180 Minuten

      0,0 ppm

      Kommt bei Ihnen mind. 1 Differenz ab 20 ppm vor?    Ja

      Methan-Atemgasanalyse

      Differenz nach 30 Minuten

      3,0 ppm

      Differenz nach 60 Minuten

      10,0 ppm

      Differenz nach 120 Minuten

      12,0 ppm

      Differenz nach 180 Minuten

      14,0 ppm

      Kommt bei Ihnen mind. 1 Differenz ab 12 ppm vor?    Ja

      Laktose und Diabetes

      Auf den ersten Blick scheinen die Laktoseintoleranz und eine Diabetes-Erkrankung nichts gemeinsam zu haben. In der Praxis werden jedoch von Diabetikern Symptome genannt, die auf eine Laktoseintoleranz hindeuten: Blähungen, Verstopfungen und / oder Durchfall.

      Erkenntnisse aus der Wissenschaft

      Eine großangelegte Untersuchung aus dem Jahr 2016 zeigte, dass es einen Zusammenhang zwischen Diabetes mellitus Typ 2 und einer Laktoseintoleranz gibt. Diese Untersuchung verglich das Vorhandensein einer Laktoseintoleranz bei Diabetes-Patienten mit gesunden Teilnehmern und kam zu dem Ergebnis: Deutlich mehr Diabetiker sind betroffen. Warum die Laktoseintoleranz häufiger vertreten ist und ob es eine Verbindung zum Insulin gibt, ist bislang noch nicht geklärt[13].

      In einer weiteren Studie zeigten Forscher, dass der Verzicht auf Milchprodukte das Diabetes-mellitus-Typ-2-Risiko erhöhen kann. Der Grund: Ein Calcium-Mangel. Studienteilnehmer, die bewusst auf Milchprodukte verzichteten, zeigten ein deutlich höheres Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Der Grund für den Verzicht auf Milch und Milchprodukte war eine vermutete Laktoseintoleranz. Allerdings beruhte diese Vermutung nicht auf einer Diagnose eines Arztes oder auf einem Laktoseintoleranz-Selbsttest[14].

      Das Fazit der Autoren aus der Studie: Zur Absicherung, ob tatsächlich eine Unverträglichkeit besteht, sollte ein Besuch beim Arzt oder ein Laktoseintoleranz-Selbsttest erfolgen.

      Gut zu wissen: Diabetiker müssen den Verzehr von laktosehaltigen Lebensmitteln bei ihrer Insulinberechnung berücksichtigen. Im Normalfall wird Laktose in Glucose und Galactose gespalten – und Glucose lässt den Blutzuckerspiegel steigen. Diabetiker müssen diesem Anstieg mit Insulin entgegenwirken. Milchprodukte, die nicht extra gezuckert sind (Naturjoghurt), lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen[15].

      Laktose und Akne

      Milchprodukte allgemein werden mit der Entstehung von Akne und Pickeln in Zusammenhang gebracht. Ob eine wirkliche Verbindung steht, ist aus Sicht der aktuellen Studienlage noch zu unklar. Als Auslöser für unreine Haut stehen die in der Milch enthaltenden Hormone und Proteine in Verdacht. Eine direkte Verbindung zu einer bestehenden Laktoseintoleranz gibt es daher nicht. Hautunreinheiten, die durch Milch bedingt sind, treten häufiger bei einer Milch-Allergie auf[16].  

      Laktose und Depression

      Eine Untersuchung konnte tatsächlich einen Zusammenhang zwischen einer Laktoseintoleranz und Depressionen beobachten. Die Probanden waren Frauen, die einen Fragebogen zur Ermittlung einer Depression ausfüllten. Die Auswertungen zeigten, dass Frauen mit einer Laktoseintoleranz eher zu Depressionen neigten als gesunde Frauen - bedingt durch eine Beeinträchtigung einer bestimmten Aminosäure (L-Tryptophan). Die Hauptaufgabe dieser Aminosäure ist es, für pures Glück zu sorgen, da sie im Körper in das Glückshormon Serotonin umgewandelt wird[17].

      Zwar zeigte die Untersuchung eine verringerte Bildung einer Aminosäure, die unseren Gemütszustand beeinträchtigt - eine pauschale Aussage oder gar Handlungsempfehlungen können nicht ausgesprochen werden. Dafür fehlen weitere Studien mit gleichem Ausgang.

      Laktose und Asthma

      Die Beschwerden bei einer Laktoseintoleranz beziehen sich hauptsächlich auf den Magen-Darm-Trakt. Eine Laktoseintoleranz begünstigt also keine Asthma-Erkrankungen. Hier gilt ebenfalls: Wenn Atembeschwerden nach dem Verzehr von Milchprodukten auftreten, sollten Betroffene einen Test auf eine Milch-Allergie machen[12].

      Zusammenfassung

      • Laktose ist ein Zweifachzucker, der im Körper in seine Bestandteile zerlegt wird, um anschließend für den weiteren Transport ins Blut überzugehen.
      • Diese Spaltung erfolgt über das Enzym Laktase, welches im Dünndarm gebildet wird.
      • Ein Mangel an Laktase führt zu einer unzureichenden oder fehlenden Spaltung – eine Laktoseintoleranz liegt vor.
      • Ein Mangel an oder das Fehlen von Laktase kann angeboren oder über eine andere Erkrankung erworben sein. Die Laktase-Produktion geht auch mit zunehmendem Alter zurück.
      • In Europa herrscht ein Nord-Süd-Gefälle. So ist eine Laktoseintoleranz in südlicheren Ländern eher anzutreffen als in nördlichen.
      • Die Symptome einer Laktoseintoleranz sind Blähungen, Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall und Verstopfung.
      • Die Behandlung einer Laktoseintoleranz erfolgt zunächst über eine laktosefreie Ernährung. Mit der Zeit können laktosehaltige Produkte langsam wieder eingeführt werden.
      • Hartgereifte Käsesorten wie Emmentaler, aber auch Butter werden in der Regel gut vertragen. Im Supermarkt gibt es inzwischen laktosefreie Ersatzprodukte für Milch, Sahne, Quark, Joghurt und Weichkäse.
      • Um eine Laktoseintoleranz festzustellen, ist eine Messung der Wasserstoff-Konzentration im Atemgas notwendig. Dafür muss eine laktosehaltige Lösung auf nüchternen Magen getrunken werden.
      • Hautprobleme treten bei einer Laktoseintoleranz nicht auf. Diese sind eher auf die in der Milch enthaltenen Hormone und Proteine zurückzuführen oder auf eine Milch-Allergie.

      Quellenangaben

      1. Laktoseintoleranz: Nicht alle Milchprodukte unverträglich, https://www.bzfe.de/inhalt/laktoseintoleranz-29171.html
      2. Laktose-Intoleranz - Milchzucker-Unverträglichkeit - Laktasemangel - BGV Info Gesundheit e.V., http://www.bgv-laktose.de/milchzucker.html
      3. Kasper, H.: Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH (2014)
      4. Lactose Intolerance vs. Dairy Allergy, https://www.webmd.com/digestive-disorders/lactose-intolerance-or-dairy-allergy
      5. Absence of the lactase-persistence-associated allele in early Neolithic Europeans | PNAS, http://www.pnas.org/content/104/10/3736
      6. Rationalisierungsschema, http://daem.de/index.php/veroeffentlichungen/rationalisierungsschema
      7. Treatment, https://www.nhs.uk/conditions/lactose-intolerance/treatment/
      8. Hartkäse und Weichkäse - Lebensmittel-Warenkunde, https://lebensmittel-warenkunde.de/lebensmittel/milch-milchprodukte/kaese/hartkaese-weichkaese.html
      9. Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen. (2016)
      10. “... frei von Laktose” - BZfE, https://www.bzfe.de/inhalt/pressemeldung-6233.html
      11. EU03_2010_markt_produkte.qxd.pdf, https://www.ernaehrungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2010/03_10/EU03_2010_markt_produkte.qxd.pdf
      12. Laktose-Intoleranz: DAAB, http://www.daab.de/ernaehrung/laktose-intoleranz/
      13. Rana, S., Morya, R.K., Malik, A., Bhadada, S.K., Sachdeva, N., Sharma, G.: A relationship between vitamin D, parathyroid hormone, calcium levels and lactose intolerance in type 2 diabetic patients and healthy subjects. Clin. Chim. Acta. 462, 174–177 (2016). doi:10.1016/j.cca.2016.09.009
      14. Gao, D., Ning, N., Wang, C., Wang, Y., Li, Q., Meng, Z., Liu, Y., Li, Q.: Dairy Products Consumption and Risk of Type 2 Diabetes: Systematic Review and Dose-Response Meta-Analysis. PLoS ONE. 8, e73965 (2013). doi:10.1371/journal.pone.0073965
      15. Frühstück: So schaffen Sie eine gesunde Grundlage, https://www.diabetes-ratgeber.net/Ernaehrung/Fruehstueck-So-schaffen-Sie-eine-gesunde-Grundlage-225707.html
      16. Melnik, B.C.: Evidence for Acne-Promoting Effects of Milk and Other Insulinotropic Dairy Products. Milk Milk Prod. Hum. Nutr. 67, 131–145 (2011). doi:10.1159/000325580
      17. Ledochowski, M., Sperner-Unterweger, B., Fuchs, D.: Lactose malabsorption is associated with early signs of mental depression in females: a preliminary report. Dig. Dis. Sci. 43, 2513–2517 (1998)

      0 Kommentare

      • Keine Kommentare vorhanden

      Hinterlassen Sie einen Kommentar

      Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen