Vitamin C


Vitamin C – mehr als nur Treibstoff für das Immunsystem!

Vitamin C ist das perfekte Mittel gegen Erkältungen – diese Theorie stellte 1970 der Nobelpreisgewinner Linus Pauling auf. Heute gilt diese Aussage als überholt, dafür sind zahlreiche andere positive Effekte von Vitamin C bekannt: Es ist unter anderem für unsere Haut, unsere Augen und unser Herz unersetzlich.

Was man über Vitamin C wissen sollteSobald die Temperaturen sinken, holen viele Menschen nicht nur die dicken Jacken heraus, sondern auch ihren Jahresvorrat an Vitamin-C-Präparaten. Aufgrund der immunstärkenden Wirkung von Vitamin C sollen die Supplemente Erkältungen vorbeugen. Kein Nährstoff kommt deswegen im Kampf gegen Husten, Halsweh und Schnupfen so oft zum Einsatz wie Vitamin C, knapp 20 Prozent der Amerikaner nutzen Vitamin-C-Präparate. Doch Forscher bezweifeln heute, dass das Vitamin tatsächlich als Erkältungs-Wundermittel wirkt.

Die Immunwirkung ist aber nicht der einzige Bereich, in dem Vitamin C mitmischt. Es lässt Sie jünger aussehen, erhält die Sehkraft und schützt sogar vor Herz-Kreislauferkrankungen. Die gute Nachricht dabei: Mit nur wenigen Portionen Obst und Gemüse am Tag können Sie die gesundheitlichen Wirkungen von Vitamin C voll auskosten.

Erfahren Sie, welche Früchte deutlich mehr Vitamin C enthalten als eine Orange, warum Raucher mehr Vitamin C benötigen und welche Präparate Sie im Falle eines Mangels verwenden sollten.

Was ist Vitamin C?

In Fachkreisen auch Ascorbinsäure genannt, gehört Vitamin C zu den wasserlöslichen Vitaminen. Der menschliche Körper kann diesen Nährstoff im Gegensatz zu Pflanzen nicht selbst bilden, da ihm ein bestimmtes Enzym fehlt. Da Ihr Körper Vitamin C zudem nicht speichern kann, müssen Sie täglich ausreichend Vitamin C über Lebensmittel oder Supplemente aufnehmen[1, 2].

Gut zu wissen:
Neben dem Menschen können Meerschweinchen, Knochenfische und einige Affenarten kein Vitamin C bilden
[1].

Welche Wirkung hat Vitamin C im Körper?

Vitamin C leistet mehr, als Ihrem Immunsystem unter die Arme zu greifen. Es schützt Sie vor Entzündungen und kurbelt die Wundheilung an. Ihr Körper kann mithilfe von Vitamin C auch besser Eisen aufnehmen. Vitamin C setzt zudem die Bildung von Kollagen in Gang, das Ihre Haut strafft, Haare und Nägel stärkt und am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt ist[3].

Auch zur Fruchtbarkeit leistet Vitamin C seinen Beitrag: Es unterstützt die Spermaqualität.

Aktueller Wissenstand: Vitamin C für die Augengesundheit

Die Oregon Health & Science University fand heraus, dass wir ohne Vitamin C schlecht sehen können: Nervenzellen im Auge benötigen Vitamin C, um dem Gehirn ein genaues Abbild davon zu vermitteln, was wir sehen[4]. Vitamin C beschützt außerdem Ihre Augen. Das Wasser in der Linse im Auge enthält viel Vitamin C, das Forschern zufolge verhindern kann, dass sich die Linse eintrübt und so grauer Star entsteht. Außerdem weisen Studien darauf hin, dass ausreichend Vitamin C eine verfrühte altersbedingte Sehschwäche verhindern kann[5].

Vitamin C und E – Vitamine mit Teamgeist

Vitamin C lässt Vitamin E ungerne im Stich. Vitamin E kämpft im Körper gegen Fremdkörper an, wodurch es an Kraft verliert. Damit Vitamin E seiner Aufgabe weiter nachgehen kann, spendet Vitamin C einen Teil seiner Energie an Vitamin E. Dadurch kann Vitamin E seine Aufgabe als Abwehrvitamin erneut aufnehmen[6, 7].

Hilft Vitamin C bei Erkältung?

Hilft eine heiße Zitrone bei Erkältung?

Eine großangelegte Cochrane-Studie aus dem Jahr 2013 hat den Mythos widerlegt, dass Vitamin-C-Präparate vor Erkältungen schützen. Die Wissenschaftler analysierten 29 Studien, die Untersuchungen an knapp 12.000 Probanden umfassen, und stellten fest, dass eine Vitamin-C-Supplementierung die Anzahl von Erkältungen nicht senken konnte. In einigen Fällen zeigte sich lediglich, dass Vitamin C die Dauer einer Erkältung reduzierte[32].

Tagesbedarf an Vitamin C

Bis zum 19. Lebensjahr steigt der Vitamin-C-Bedarf schrittweise an[8]. Raucher benötigen zusätzlich 35 mg mehr, denn durch das Rauchen von Zigaretten verbraucht der Körper mehr Vitamin C. Die Chemikalien in Zigaretten schwächen das Immunsystem, weswegen der Körper mehr Vitamin C für die Abwehr benötigt. Außerdem gelangt weniger Vitamin C bei Rauchern über den Darm ins Blut[9].

Empfohlene Zufuhr

Vitamin in mg pro Tag

 

Alter

Männer

Frauen

Erwachsene ab 19 Jahren

110

95

Schwangere ab dem 4. Monat

 

105

Stillende Frauen

 

125

Welche Lebensmittel enthalten Vitamin C?

Um genug Vitamin C zu sich zu nehmen, müssen Sie nur regelmäßig in die Obst- und Gemüsekiste greifen. Nichts liefert Ihnen mehr Vitamin C als Johannisbeeren oder Sanddornbeeren[10]. 100 Gramm dieser kleinen Beeren versorgen Sie mit mehr als doppelt so viel Vitamin C, wie Sie am Tag benötigen. Weitere großartige Vitamin-C-Lieferanten sind[11–14]:

  • Petersilie
  • Rotkohl, Sauerkraut
  • Zitrone, Orange
  • rote Paprika
  • Kiwi

Gut zu wissen:
Sauerkraut liefert Ihnen nicht nur jede Menge Vitamin C, sondern auch Bakterien, die Ihrer Darmgesundheit zugutekommen!

Wie viel Vitamin C ist wo drin? – Enthält die Orange wirklich so viel Vitamin C?

Vielen Menschen fallen vermutlich erst einmal Zitrusfrüchte wie die Orange ein, wenn sie an Vitamin C denken. Zwar kann eine große Orange bereits den kompletten täglichen Bedarf decken – doch andere Lebensmittel sind die wahren Vitamin-C-Bomben, wie Sanddornbeeren, die auf 100 Gramm zehnmal so viel Vitamin C enthalten wie Orangen[11].

Lebensmittel

Gehalt in mg/100g

Sanddornbeeren

450

Johannisbeeren

177

Petersilie

133

rote Paprika

139,5

Brokkoli

115

Kiwi

71

Zitrone

51

Rotkohl

50

Orange

45

Sauerkraut

20

Behalten Sie im Hinterkopf: Unser Darm absorbiert knapp 70 Prozent des Vitamin-C-Gehaltes aus Lebensmitteln. Der Rest wird über Ihren Urin wieder ausgeschieden[9]!
Tagesbedarf an Vitamin C decken

Was ist die Vitamin-C-reichste Frucht der Welt?

Die Buschpflaume und die Acerola-Beere streiten sich um den Titel der Vitamin-C-reichsten Frucht. Die Buschpflaume enthält auf 100 Gramm 3150 Milligramm Vitamin C[15]. Wissenschaftler konnten keinen exakten Vitamin-C-Gehalt der Acerola ermitteln. 100 Gramm der lila Beeren können zwischen 659 und 4000 mg Vitamin C enthalten[16].

Die Buschpflaume ist nur in Australien beheimatet und in Deutschland schwer zu erhalten. Die Acerola-Beere gilt mittlerweile als Superfood und findet sich überwiegend in vielen Bioläden in Säften und Pulvern.

Vitamin-C-Mangel

Vitamin-C-Mangel kennen wir heute fast nur noch aus Geschichtsbüchern. Der Mangel trat vor allem im Zeitalter der Entdeckungen auf, als Menschen begannen, die ganze Welt zu umsegeln. Während die Schiffe auf hoher See unterwegs waren, fehlte es der Mannschaft an Gemüse und Früchten. Nach und nach begann unter anderem, ihr Zahnfleisch zu bluten und ihre körperliche Leistung nahm ab. Dieses Krankheitsbild, ausgelöst durch einen massiven Vitamin-C-Mangel, wurde Skorbut genannt, was so viel wie „wunder Mund“ bedeutet. Bereits eine Menge von 15 mg Vitamin C (eine Viertel Kiwi) am Tag genügt, um die Skorbut-Erkrankung zu vermeiden. Der Entdecker James Cook besiegte den Skorbut auf seinem Schiff, indem er Sauerkraut für seine Matrosen mitführte[3].

In Deutschland hat laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung niemand mit einem Vitamin-C-Mangel zu kämpfen[17]. Die Nationale Verzehrsstudie II ermittelte in den Jahren 2005 bis 2006: Erwachsene in Deutschland nehmen durchschnittlich 100 mg am Tag zu sich, wodurch sie recht gut versorgt sind[18]. Ganz so gut sieht es nicht in allen westlichen Ländern aus: Kanadische Forscher stellten in einer Studie an 1000 kanadischen Studenten fest, dass jeder siebte von ihnen weniger als 11 mg Vitamin C am Tag aufnahm und sich damit unterhalb der Schwelle befand, unter der Skorbut entstehen kann[19].

Welche Symptome treten bei einem Vitamin-C-Mangel auf?

Fehlt es Ihnen an Vitamin C, können Beschwerden überall im Körper auftreten[3]:

  • Zahnfleischbluten, Blutungen auf der Haut und in den Schleimhäuten, innere Blutungen
  • Leistungsschwäche
  • Stimmungsschwankungen, Verwirrtheit
  • Gelenkbeschwerden
  • gestörte Wundheilung, Blutarmut

Vitamin-C-Mangel und Histaminintoleranz

Ihr Körper benötigt Vitamin C, um das Enzym Diaminoxidase (DAO) zu bilden. Ohne DAO kann ihr Körper den Stoff Histamin nicht abbauen, was zu einer Histaminintoleranz mit Beschwerden in der Verdauung, im Herz-Kreislauf-System und auf der Haut führen kann[20].

Wer ist am von einem Vitamin-C-Mangel betroffen? – Risikogruppen

Säuglinge erhalten über die Muttermilch ausreichend Vitamin C, das gilt in der Regel auch für Muttermilch-Ersatzprodukte. Gefährlich kann es allerdings sein, Säuglinge nur mit Kuhmilch zu füttern, die wesentlich weniger Vitamin C enthält. Neben Rauchern können folgende Gruppen zu einem Vitamin-C-Mangel tendieren[9, 21]:

  • Menschen, die sehr wenig Obst und Gemüse essen
  • Patienten nach Operationen
  • Alkoholiker
  • Menschen mit Nieren- und Darmerkrankungen, die viel Vitamin C über den Urin verlieren oder es nicht aufnehmen können
  • ältere Menschen

Vitamin-C-Mangel - Therapie

Wie nehme ich ausreichend Vitamin C auf?

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sollten genügen, um über natürliche Quellen Ihren Vitamin-C-Bedarf zu decken. Zusätzlich können Sie das Vitamin über Präparate in Form von Pulver, Tabletten und Brausetabletten zuführen. Wenn Sie Präparate einnehmen, zum Beispiel weil Sie einen erhöhten Bedarf haben, verwenden Sie am besten täglich hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel mit einer Dosis von 1000 Milligramm Vitamin C[22].

Um das meiste aus Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln herauszuholen, sollten Sie beim Kochen auf einige Dinge achten. Ein Großteil des Nährstoffes kann bei zu hohen Temperaturen (190 Grad Celsius) verloren gehen oder beim langen Waschen von Obst und Gemüse. Daher sollten Sie Vitamin-C-haltiges Gemüse nur leicht andünsten und nur kurz abwaschen. Außerdem schwankt der Vitamin-C-Gehalt in Lebensmitteln zwischen den Jahreszeiten: So soll der Vitamin-C-Gehalt in Brokkoli beispielsweise im Herbst höher als im Frühling sein[3, 23]!

Welche Vitamin-C-Präparate sind am besten?

Macht sich bei Ihnen Verwirrung breit, weil Sie nicht wissen, welches Vitamin-Präparat Sie nehmen sollen? Vitamin-C-Nahrungsergänzungsmittel unterscheiden sich dadurch, wie hoch sie dosiert sind und welche Form von Vitamin C sie enthalten. Die beiden üblichsten chemischen Formen sind Natriumascorbat oder Calciumascorbat. Bislang konnte die Forschung nicht zeigen, dass die eine Form besser ist als die andere. Achten Sie darauf, dass im Nährwertverzeichnis keine bis nur wenige künstliche Zusatzstoffe vorkommen[9].

Gut zu wissen: Vitamin C wird gerne mit Zink kombiniert. Jedoch sollten Sie einen Bogen um solche Kombi-Supplemente machen, da die beiden Stoffe sich gegenseitig in ihrer Aufnahme und Wirkung behindern können[24].

Wie hoch sollte ein Vitamin-C-Präparat dosiert sein?

Wie bei Lebensmitteln kann der Körper nicht das gesamte Repertoire an Vitamin C aus Präparaten aufnehmen – knapp 50 bis 70 Prozent gelangen vom Darm in die Blutlaufbahn, der Rest wird über den Urin ausgeschieden. Um den Tagesbedarf von um die 100 Milligramm problemlos decken zu können, eignen sich daher einmal am Tag hochdosierte Vitamin-C-Präparate mit 1000 mg zur optimalen Supplementierung[25].

Gut zu wissen: Die Zeitschrift „Nutrients“ veröffentlichte 2013 eine Studie, die zeigte, dass der menschliche Körper Vitamin C aus Nahrungsergänzungsmitteln genauso gut aufnimmt wie aus natürlichen Lebensmitteln. Natürlich empfiehlt es sich aber, Obst und Gemüse zu essen, um dem Körper weitere wichtige Vitamine und Mineralstoffe zuzuführen[26].

Können Kinder bedenkenlos Vitamin-C-Präparate einnehmen?

Da Kinder weniger Vitamin C brauchen als Erwachsene, genügt ihnen der tägliche Verzehr von Obst und Gemüse.

Vitamin-C-Injektionen / Vitamin-C-Infusion

Darmerkrankungen können Vitamine und Mineralstoffe daran hindern, über die Dünndarmschleimhaut ins Blut zu gelangen. Steigt der Spiegel trotz geeigneter Lebensmittel und Präparate nicht, kann eine Infusion eine Unterversorgung beheben. Durch eine Injektion in den Arm gelangt das Vitamin C direkt ins Blut. Eine Vitamin-C-Infusion enthält 200 bis 1000 Milligramm Vitamin C.

Wussten Sie schon: Die Halbwertszeit von Vitamin-C-Präparaten
Wenn Sie Vitamin C über Präparate einnehmen, wird die Hälfte der Menge nach drei Stunden bereits ausgeschieden. Sprich nach drei Stunden wirken beispielsweise von 1000 mg Vitamin C nur noch 500 mg
[27].

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin-C-Präparaten und Medikamenten kann die Wirkung gegenseitig vermindern oder verstärken. Daher sollte Vitamin C mindestens zwei Stunden vor oder nach der Einnahme bestimmter Medikamente eingenommen werden[28]:

Medikament

Folge

Chemotherapie

Vitamin C kann den Effekt abschwächen

Anti-Baby-Pille

Vitamin C kann den Östrogen-Spiegel stark ansteigen lassen

Statine

Vitamin C kann den cholesterinsenkenden Effekt schwächen

Blutverdünner (Warfarin)

Blutverdünner können eventuell nicht richtig wirken

Aspirin

Aspirin kann zu einer erhöhten Vitamin-C-Ausscheidung führen

Ist eine Vitamin-C-Überdosierung möglich? Können Nebenwirkungen auftreten?

Hohe Mengen an Vitamin C führen in der Regel zu keiner Vergiftung. Als oberste Sicherheitsgrenzen gelten 2000 Milligramm. Jedoch können Mengen von mehr als 1000 Milligramm am Tag schon zu folgenden Nebenwirkungen führen[2, 29]:

  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Kopfschmerzen

Gut zu wissen: 1980 berichteten Forscher über den Fall einer Person, die allergisch auf Vitamin C reagiert hatte. Nach einer Vitamin-C-freien Diät verschwanden ihre Symptome, Hautrötungen, wieder[30].

Vitamin C und Haut

Dass die Kosmetikindustrie vermehrt Nährstoffe in Pflegeprodukte einarbeitet, ist heutzutage keine Seltenheit mehr. So ist Vitamin C nicht nur als Immunvitamin, sondern auch als Hautvitamin anzutreffen. Vitamin-C-Tropfen aus der Drogerie versprechen ein jüngeres Hautbild und sagen Falten den Kampf an. Wissenschaftlich konnte gezeigt werden, dass Vitamin C Ihrer Haut gut tut: Es kann nämlich die Hautalterung verlangsamen und bei der Heilung eines Sonnenbrands helfen[33, 34]. Laut The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology bedarf dieses Gebiet weiterer Forschungen, um den richtigen Ansatz für ein optimales Vitamin-C-Serum zu finden[35].

Eine Studie, die das American Journal of Nutrition 2007 veröffentlichte, untersuchte das äußere Erscheinungsbild von 4000 Frauen zwischen 40 und 74 Jahren. Die Forscher schlussfolgerten: Eine Ernährung, die reich an Vitamin C und Omega-6-Fettsäure ist, reduziert die Faltenbildung und lässt das Hautbild jünger erscheinen[36]. An der Christian-Albrechts-Universität von Kiel konnte beobachtet werden, dass Vitamin-C-Supplemente die Haut vor Trockenheit bewahren. Dieser Effekt vermindert die Entstehung von Fältchen[37].

Vitamin C und Krebs

Ob Vitamin C auch vor Krebserkrankungen schützen kann, konnte die Wissenschaft bis dato nicht belegen. Eine Zusammenfassung mehrerer Studien im Jahr 2015 zeigt, dass eine Vitamin-C-Supplementierung nicht als Vorbeugung gegen Krebserkrankungen dient[38]. Zwar präsentieren Forscher neue Ergebnisse, in denen Vitamin C das Wachstum von Krebszellen unterdrückt, jedoch stellt es keine effektive Maßnahme in der Krebsbehandlung dar[39, 40].

Vitamin C und das Herz

In Sachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen macht sich Vitamin C einen Namen: An älteren Menschen konnte beobachtet werden, dass das Risiko von Schlaganfällen durch eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung abnimmt[41]. Eine Studie, in der die Probanden täglich 500 mg Vitamin C für vier Wochen einnahmen, zeigte, dass die Konzentration vom ungesunden LDL-Cholesterin absinkt. LDL-Cholesterin ist maßgeblich an der Entstehung von Herzinfarkten und Schlaganfällen beteiligt[42].

Sollten Sie Vitamin C supplementieren?

Vitamin C genießt seit mehr als 50 Jahren den Ruf als Heilmittel bei einem schwachen Immunsystem. Dennoch konnte keine Studie eindeutig zeigen, dass die Einnahme von Vitamin C bei bestehenden Erkältungen hilft. Eins steht aber fest: Ihr Körper benötigt das Vitamin, um sein Immunsystem funktionstüchtig zu halten und Infektionen zu verhindern. Die meisten Menschen benötigen keine Präparate – die klassischen fünf Portionen Obst und Gemüse genügen, um Ihren Körper mit Vitamin C zu versorgen.

Vitamin C messen

Wie misst ein Arzt den Vitamin-C-Spiegel?

Mit einer Blutuntersuchung oder einer Urinprobe untersucht der Arzt, ob Sie mit ausreichend Vitamin C versorgt sind. Vor der Abgabe der Urinprobe nehmen Sie hochdosiertes Vitamin C ein. Anhand der Menge von Vitamin C, die Sie ausscheiden, kann der Arzt ermitteln, ob Sie einen Mangel haben[3].

Aktueller Wissensstand: Künftige Vitamin-C-Messung mittels bildgebender Verfahren?
Japanische Forscher konnten Anfang 2018 an Mäusen die Vitamin-C-Versorgung über ein bildgebendes Verfahren messen. Nach Verabreichung einer Vitamin-C-Dosis und eines Kontrastmittels konnten sie beobachten, wo im Körper und in welcher Konzentration sich das Vitamin C ansammelt[31].

Zusammenfassung

  • Der Körper des Menschen ist nicht in der Lage, Vitamin C selbst zu bilden. Daher müssen Sie es über die Nahrung oder Präparate aufnehmen.
  • Zu den Hauptaufgaben des Vitamins gehört die Stärkung des Immunsystems, die Wundheilung und die Bildung von Kollagen für eine elastische Haut.
  • Vitamin C kommt in hohen Mengen in Obst und Gemüse vor. Am Vitamin-C-reichsten sind Buschpflaumen, Acerola-Beeren, Johannisbeeren und Sanddornbeeren.
  • Der Darm kann nur 70 Prozent des Vitamins aus Lebensmitteln in den Blutkreislauf befördern.
  • Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Vitamin-C-Bedarf. Außerdem müssen Raucher mehr Vitamin C als Nichtraucher einnehmen.
  • Sollten Sie Vitamin C supplementieren, sollte das Präparat 1000 mg Vitamin C enthalten.
  • Vitamin C kann die Hautalterung verlangsamen.
  • Krebserkrankungen können nicht effektiv mit Vitamin C behandelt werden.
  • Das Risiko eines Schlaganfalls kann durch eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung reduziert werden.

Quellenangaben

  1. Arrigoni, O., De Tullio, M.C.: Ascorbic acid: much more than just an antioxidant. Biochim. Biophys. Acta. 1569, 1–9 (2002)
  2. Vitamin C, https://www.nhs.uk/conditions/vitamins-and-minerals/vitamin-c/
  3. Elmadfa, I.: Ernährungslehre. Verlag Eugen Ulmer Stuttgart (2015)
  4. Scientists discover new role for vitamin C in the eye and the brain, https://www.sciencedaily.com/releases/2011/07/110715135353.htm
  5. Vitamin C, https://www.aoa.org/patients-and-public/caring-for-your-vision/diet-and-nutrition/vitamin-c
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  7. Rinne, T., Mutschler, E., Wimmer-Greinecker, G., Moritz, A., Olbrich, H.G.: Vitamins C and E protect isolated cardiomyocytes against oxidative damage. Int. J. Cardiol. 75, 275–281 (2000)
  8. Vitamin C, https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-c/
  9. Office of Dietary Supplements - Vitamin C, https://ods.od.nih.gov/factsheets/VitaminC-HealthProfessional/
  10. Heimisches Superfood: Die Johannisbeere, https://www.bzfe.de/inhalt/heimisches-superfood-32291.html
  11. Lebensmittel | DocMedicus Vitalstofflexikon, http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?PHPSESSID=lrtvjhuf6c4nphomjf8f0j15n3&maincatid=168&subcatid=433&mode=showarticle&artid=164&arttitle=Lebensmittel&
  12. Petersilie schmeckt nach Frühling: Ein Alleskönner in der Küche, https://www.bzfe.de/inhalt/petersilie-schmeckt-nach-fruehling-29871.html
  13. Winterzeit ist Kohlzeit : Neuer aid-Hörfunkbeitrag, https://www.bzfe.de/inhalt/winterzeit-ist-kohlzeit-29001.html
  14. Zitrusfrüchte: Gesund essen: Was steckt drin in Zitrone, Orange & Co?, https://www.bzfe.de/inhalt/zitrusfruechte-gesund-essen-28226.html
  15. Hegnauer, R.: Chemotaxonomie der Pflanzen: Eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe. Birkhäuser Basel (1992)
  16. Mezadri, T., Fernández-Pachón, M.S., Villaño, D., García-Parrilla, M.C., Troncoso, A.M.: [The acerola fruit: composition, productive characteristics and economic importance]. Arch. Latinoam. Nutr. 56, 101–109 (2006)
  17. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin C, https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/vitamin-c/
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