Cholesterin und Abnehmen: Die Langzeiteffekte von fettarmen Diäten


Welche Diätform ist für mich richtig? Dies fragt sich so mancher, der Gewicht verlieren möchte. Doch leider ist es nicht möglich pauschal zu sagen, dass diese oder jene Diät voll und ganz schlecht oder perfekt geeignet ist. Tendenziell sollte immer darauf geachtet werden eine Diät zu wählen, mit der man gut zurecht kommt und mit der auch langfristig eine Gewichtsreduktion erreicht werden kann. Im Folgenden wird auf die sogenannte „Low-Fat“-Diät eingegangen und im Besonderen deren Langzeiteffekte beleuchtet.

Ab wann ist eine Diät Low-Fat?

Bei Low-Fat-Diäten wird der prozentuale Energieanteil von Fett an der Gesamtenergiezufuhr reduziert. Üblicherweise beträgt die Energiezufuhr aus Fett 30 – 35% der Gesamtenergie. In den fettreduzierten Diäten wird diese auf 20 – 25% [1]und bei streng fettarmer Ernährung sogar auf 15% [2] gesenkt.

Blutfettwerte

Diäten mit einem reduzierten Fettgehalt werden sowohl für die Gewichtsreduktion, als auch zur Normalisierung der Blutfettwerte – beispielsweise des Cholesterins – genutzt. Zum Cholesterin zählen unter anderem das LDL (Low-Densitiy-Lipoprotein) und das HDL (High-Density-Lipoprotein). Das LDL-Cholesterin wird auch als das „böse“ oder „lass das lieber“-Cholesterin bezeichnet. Dies liegt unter anderem daran, dass erhöhte LDL-Werte Arteriosklerose verursachen können. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Verhärtung beziehungsweise einer Verengung der Blutgefäße. Solche Veränderungen in den Arterien können zu einem Stau der Blutzirkulation führen und im gravierendsten Fall einen Verschluss dieser verursachen. Ein derartiger Verschluss kann, je nachdem welches Gefäß und somit welcher Bereich (Areal) betroffen ist, zu einem Herzinfarkt, Schlaganfall, einer Lungenembolie oder Venenthrombose führen.
Das HDL, oftmals als das „hab dich lieb“-Cholesterin bezeichnet, gehört zu den „guten“ Blutfetten. Dieses sammelt die Reste des LDLs im Blut ein, transportiert es zurück zur Leber und verhindert so den Einbau des LDLs in die Blutgefäße. Folglich hat das HDL einen schützenden (protektiven) Effekt vor Arteriosklerose.
Die Triglyceride sind ein Bestandteil von Cholesterin und können direkt aus dem Darm aufgenommen werden. Dies bedeutet, dass durch eine fettreiche Ernährung vermehrt Triglyceride aufgenommen und Cholesterin gebildet werden kann. Resultierend erhöhen Triglyceride das Risiko für Arteriosklerose und somit auch für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Langzeiteffekte von Low-Fat-Diäten

In dem Bereich der Low-Fat-Diäten wird schon seit langem geforscht. So ist es möglich auf Studien zurückzugreifen, die einen zeitlichen Verlauf von sechs Monaten bis sechs Jahren analysieren [3-6]. Durch die Reduzierung der Gesamtfettzufuhr, bei gleichzeitiger Optimierung der Fettzusammensetzung, konnte in allen Studien eine Gewichtsreduzierung und eine Senkung der LDL-Werte festgestellt werden [3-6]. Unter Fettoptimierung versteht man, dass bevorzugt gesättigte Fettsäuren, welche zum Beispiel in Butter oder Schmalz enthalten sind, durch einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden. Die ungesättigten Fettsäuren, wie beispielsweise die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren tragen ebenfalls zur Senkung der Triglyceride und LDL-Werte bei. Vorwiegend sind diese Fettsäuren in Fisch und pflanzlichen Ölen enthalten [7,8]. Eine Verbesserung der Triglyceride wurde in den Studien festgestellt, die gleichzeitig eine Fettoptimierung durchgeführt haben [4,6]. Die HDL-Werte wurden ebenfalls in den Studien untersucht. Jedoch sind sich die Forscher noch uneinig, ob auch hier ein Einfluss durch eine fettreduzierte Diät besteht.

Testung der Cholesterinwerte

Damit Sie sich Klarheit über Ihre Blutfettwerte verschaffen können und herausfinden, ob eine Low-Fat-Diät für Sie interessant ist, bietet cerascreen® den Cholesterin Test an. Bei diesem wird Ihr Blut auf das LDL- und HDL-Cholesterin, sowie auf Triglyceride untersucht. Zudem wird das Verhältnis von LDL zu HDL getestet. Erhöhte LDL-Werte sind bei einem hohen HDL-Spiegel weniger dramatisch, da der LDL-Überschuss einfach durch das gute Blutfett abtransportiert werden kann.

 

Literatur

1 Fock, K. & Khoon, J. (2013). Diet and exercise in management of obesity and overweight.Journal of Gastroenterology and Hepatology. S. 59-63.

2 Cheung, S.-T. (2000). Possible Dangers in a Low-Fat Diet: Some evidence reviewed. Nutrition and Health. S. 271-280.

3 Esposito et al. (Juli 2014). The Effects of a Mediterranean Diet on the Need for Diabetes Drugs and Remission of Newly Diagnosed Type 2 Diabetes: Follow-up of a Randomized Trial. Diabetes Care. S. 1824-1830.

4 Foster et al. (2010). Weight and Metabolic Outcomes After 2 Years on a Low-Carbohydrate Versus Low-Fat Diet. NIH Public Access. National Institutes of Health policy. 147-157.

5 Sacks et al. (2009). Comparison of Weight-Loss Diets with Different Compositions of Fat, Protein, and Carbohydrates. New England Journal of Medicine. 360: 859-873.

6 Yancy et al. (2004). A low-carbohydrate, ketogenic diet versus a low-fat diet to treat obesity and hyperlipidemia: a randomized, controlled trial. Annals of Internal Medicine. 140:769-777.

7 Bazinet et al. (2014). Omega-6 polyunsaturated fatty acids: Is a broad cholesterol-lowering health claim appropriate? Canadian Medical Association Journal. 186(6): 434-439).

8 Harland J. I. (2012). Food combinations for cholesterol lowering. Nutrition Research Reviews. 25(2): 249-266.

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