Sonnenbrand - so schützen Sie Ihre Haut vor UV-Strahlung


Die UV-Strahlen der Sonne können Sonnenbrand verursachen und das Risiko von Hautkrebs erhöhen. Das richtige Verhalten im Strandurlaub, die passende Kleidung und Sonnencreme schützen vor der Strahlung. Doch der Körper braucht auch ein wenig Sonnenlicht, um Vitamin D zu produzieren.

Ein bisschen Sonnenbrand, das gehört für viele zum Sommer und zum Strandurlaub dazu. Nach dem Sonnenbaden ist die Haut dann rot, es juckt und schmerzt. Doch auch wenn der Sonnenbrand einige Tage später verheilt ist – die Schäden, die dabei in den Zellen der Haut entstehen, können ein Leben lang bleiben. So trägt jeder Sonnenbrand zum Risiko bei, Hautkrebs zu entwickeln.

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum UV-Strahlung der Haut schaden kann, wie Sie einem Sonnenbrand vorbeugen und ihn behandeln und wie Sie Sonnenschutz und Vitamin-D-Versorgung unter einen Hut bekommen.

Was ist UV-Strahlung?

Die Sonnenstrahlung setzt sich aus vielen verschiedenen Strahlen zusammen. Der Teil, der am energiereichsten ist, ist die ultraviolette Strahlung, kurz UV-Strahlung. Die UV-Strahlen sind für uns Menschen nicht sichtbar.

Welche UV-Strahlen gibt es?

UV-Strahlen werden, je nach ihrer Wellenlänge, nochmal in drei Arten unterteilt[1]:

  • UVA-Strahlung (Wellenlänge 400 bis 315 Nanometer) kommt weitestgehend ungehindert durch die Atmosphäre der Erde und dringt auch am tiefsten in die menschliche Haut ein.
  • UVB-Strahlung (Wellenlänge 315 bis 280 Nanometer) wird zu rund 90 Prozent von der Atmosphäre abgefangen.
  • UVC-Strahlung (Wellenlänge 280 bis 100 Nanometer) ist besonders energiereich – aber sie erreicht die Oberfläche der Erde nicht. Die Atmosphäre filtert sie vollständig aus dem Sonnenlicht heraus.

Wellenlängen des Lichts: Licht ist eine Art elektromagnetischer Strahlung. Die Wellenlänge dieser Strahlung bestimmt die Farbe des Lichts – und ob wir es überhaupt wahrnehmen können. Der sichtbare Bereich bewegt sich zwischen rotem Licht (Wellenlänge von 780 Nanometer) und violettem Licht (380 Nanometer). Die Bereiche, die sich darüber und darunter bewegen, nennt man infrarotes und ultraviolettes Licht.

Was sind die Gefahren der UV-Strahlung?

Die Zellen der Haut und des Auges nehmen die UV-Strahlung auf – egal, ob sie aus dem Sonnenlicht stammen oder künstlich sind wie im Solarium. In den Zellen beschädigen die Strahlen unter anderem die DNA. Das tun sie auch, wenn Sie sich nur kurz in der Sonne aufhalten. In diesem Fall können Ihre Zellen die Schäden aber wieder reparieren. Nur wenn die Belastung sehr intensiv ist, ständig stattfindet und Sonnenbrände verursacht, kommt es auch zu bleibenden DNA-Schäden. Das führt dann zu einer erhöhten Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken[1].

Die UVA-Strahlung dringt in tiefere Hautschichten vor und setzt dort Sauerstoffradikale frei, die das Bindegewebe schwächen und so die Hautalterung fördern. So kann zu viel Sonne dazu führen, dass Sie frühzeitig Falten bilden und Ihre Haut schlaff erscheint.

Lesen Sie hier mehr über schöne, gesunde Haut und wie Sie richtig pflegen.

Wie schadet UV-Strahlung den Augen?

In den Augen kann UV-Strahlung akute Hornhaut- und Bindehautentzündungen auslösen. Auf Dauer tragen die Strahlen zur Entstehung eines Grauen Stars (Katarakt) bei. Da UVA-Strahlung auch die Netzhaut erreicht, diskutieren Mediziner derzeit, ob Sonnenstrahlung auch Krankheiten der Netzhaut, wie die Makuladegeneration, fördern können[3].

Sonnenbrillen sind nicht nur ein modisches Accessoire. Sie schützen Ihre Augen vor den UVB-Strahlen, die auf Dauer die Augenlinsen beschädigen und so zur Entstehung eines Grauen Stars beitragen können. Außerdem bewahrt eine Sonnenbrille die empfindliche Haut der Augenpartie vor dem Sonnenlicht. Achten Sie darauf, dass die Brille die Augen komplett verdeckt und im Idealfall den UV-Schutz-Standard UV400 hat[4].

Sonnenbrille, Handtuch und Hut am Strand

Wann ist die UV-Strahlung am stärksten?

Wie hoch die Belastung mit UV-Strahlen ist, hängt von vielen Faktoren ab:

Jahreszeit: Die UV-Strahlung ist in den Sommermonaten am höchsten. Experten gehen davon aus, dass die Strahlen in Europa und Nordamerika besonders zwischen März und Oktober eine Gesundheitsgefahr darstellen können.

Tageszeit: Wenn die Sonne mittags (zwischen 11 und 15 Uhr) am höchsten steht, ist auch die Belastung mit UV-Strahlen am intensivsten.

Längengrad: Je näher Sie sich am Äquator befinden, desto höher ist die UV-Strahlung.

Bewölkung: Dicke Wolken halten einen Teil der Strahlung ab – allerdings kommt durch eine dünne Wolkendecke durchaus UV-Strahlung hindurch.

Höhe: Je höher Sie sich über dem Meeresspiegel befinden, desto intensiver sind die Sonnenstrahlen. In den Bergen ist die UV-Strahlung deswegen immer etwas stärker.

Umgebung: Im Schatten ist die Belastung natürlich weniger intensiv als in direkter Sonne. Oberflächen, die Sonnenstrahlen reflektieren, vor allem Wasser, Schnee und heller Sand, können die Belastung verstärken.

Gut zu wissen: Sonnenbrand-Gefahr hängt nicht direkt mit Hitze zusammen. Für Wärme sorgen die Infrarotstrahlen des Sonnenlichts, für den Sonnenbrand die UV-Strahlung. UV-Strahlung kann zum Beispiel an einem eher kühlen Tag im Sommer wesentlich gefährlicher sein als einem heißen Tag im Frühling[5].

Sonnenbrand

Die Haut rötet sich und juckt, vielleicht schuppt sie sogar oder bildet Bläschen: einen Sonnenbrand hat heute so gut wie jeder schon einmal gehabt. Einer Studie zufolge haben 37 Prozent der US-Amerikaner mindestens einen Sonnenbrand im Jahr. Besonders häufig betroffen waren in der Untersuchung[6]:

  • Menschen mit hellem Hauttyp
  • Solarium-Gänger
  • Sportlich sehr aktive Menschen
  • Menschen, in deren Familiengeschichte maligne Melanome (schwarzer Hautkrebs) vorkommen

Sonnenbrand und Hautkrebsrisiko

In vielen Ländern ist Hautkrebs in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger geworden – in Deutschland etwa haben sich die Fälle von schwarzem Hautkrebs seit den 1970er Jahren verfünffacht – auch jüngere Menschen erkranken häufiger[7]. Viele Experten führen die deutlich gestiegenen Hautkrebsraten darauf zurück, dass immer mehr Menschen Urlaub in der Sonne machen und sich dabei für kurze Zeit sehr intensiver Sonneneinstrahlung aussetzen. Eine spanische Studie ergab, dass fast die Hälfte der Strandurlauber mindestens einen schmerzhaften Sonnenbrand pro Sommer hat. Medizinern zufolge ist das bereits zu viel[8, 9].

Was passiert bei Sonnenbrand?

Bei einem Sonnenbrand werden Zellen in den oberen Hautschichten von der UVB-Strahlung beschädigt. Darauf reagiert der Körper mit Entzündungen. Das zeigt sich dann durch teils schmerzhafte und juckende Rötungen auf der Haut, in schwereren Fällen auch durch Bläschenbildung. Über die Jahre hinweg tragen Sonnenbrände zur Hautalterung und damit zur Faltenbildung bei. Außerdem erhöhen sie das Risiko von Hautkrebs.

Ob Sie einen Sonnenbrand bekommen, hängt immer davon ab, wie intensiv die Sonneneinstrahlung ist und wie viel Zeit Sie in der Sonne oder im Freien verbringen. So genügen zur Mittagshitze im Sommer, vor allem in Äquatornähe, oft schon wenige Minuten, um heller Haut zu schaden. Doch auch weniger intensive Strahlung kann Schäden hinterlassen, wenn Sie sich ihr stundenlang aussetzen[3].

Alkohol erhöht die Sonnenbrand-Gefahr: Studien zufolge wirkt sich Alkoholkonsum auch auf das Risiko von Hautkrebs und Sonnenbrand aus. Dermatologen der Charité in Berlin vermuten, das liege daran, dass Alkohol die Anzahl der Antioxidantien in der Haut reduziere. Deswegen würden die Zellen dort schlechter mit oxidativem Stress zurechtkommen, den die UV-Strahlen erzeugen[10].

Wie hängen Hauttyp und Sonnenbrand zusammen?

Die sechs Hauttypen

Ohne Sonnenschutz dauert es bei vielen Menschen nicht lange, bis sich in direkter Sonneneinstrahlung ein Sonnenbrand einstellt. Wie lang genau, hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Menschen haben unterschiedlich viel Melanin in der Haut – dieser Pigmentstoff lässt die Haut dunkler erscheinen und bietet auch einen gewissen Schutz vor den UV-Strahlen. Der Hauttyp bestimmt somit die Eigenschutzzeit Ihrer Haut. Bleiben Sie länger als die Eigenschutzzeit in der Sonne, sollten Sie sich eincremen, vor allem zwischen März und Oktober[11].

Sonnenbrand-Risiko nach Hauttyp[3, 12]:

Hauttyp

Merkmale

Eigenschutzzeit

I

Sehr helle Haut, fast immer Sommersprossen, rote oder rotblonde Haare, wird nicht braun

bis zu 10 Minuten

II

Helle Haut, häufig Sommersprossen, blonde bis braune Haare, wird kaum braun

bis zu 20 Minuten

III

Helle bis hellbraune Haut, selten Sommersprossen, dunkelblonde bis braune Haare, wird nach und nach braun

bis zu 30 Minuten

IV

Hellbraune bis olivfarbene Haut, dunkelbraune Haare, wird schnell und tief braun

bis zu 40 Minuten

V

Dunkelbraune Haut, dunkelbraune bis schwarze Haare, bekommt selten Sonnenbrand

bis zu 60 Minuten

VI

Dunkelbraune bis schwarze Haut, schwarze Haare, bekommt sehr selten Sonnenbrand

bis zu 90 Minuten

Achtung: Wissen Sie, welcher Hauttyp Sie sind? Es ist nicht immer so einfach, das zu bestimmen. In einer Studie verglichen Forscher, die Aussagen von Menschen über Ihren eigenen Hauttyp mit der Einschätzung eines Hautarztes: Sie unterschieden sich teilweise deutlich, viele schätzten ihren Hauttyp falsch ein[13].

Schlechte Nachrichten für Sonnenbad-Liebhaber: Wenn Sie Farbe bekommen, ist das eine Abwehrreaktion – Ihr Körper will sich vor zu viel UV-Strahlung schützen. Das funktioniert allerdings nur sehr eingeschränkt. Haben Sie ansonsten eher helle Haut, können Sie braungebrannt nur weniger Minuten länger in der Sonne bleiben, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen[3].

Sonnenbrand vorbeugen

Frau cremt sich am Strand mit Sonnencreme ein

Die beste Vorsorge gegen Sonnenbrand ist es, es mit dem Sonnenbaden nicht zu übertreiben. Meiden Sie die Mittagssonne, gehen Sie zwischendurch in den Schatten und setzen Sie sich der Sonne nicht zu lang aus. Schützen Sie Ihre Haut mit Hut und lichtundurchlässiger Kleidung – und mit Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor. Der UV-Index hilft dabei einzuschätzen, welche Maßnahmen gerade in Ihrer Region sinnvoll sind[4].

Was ist der UV-Index?

Wir Menschen merken, wenn es sonnig und warm draußen ist. Doch wie hoch die UV-Belastung ist, wissen wir nicht wirklich. Der UV-Index (UVI) soll dabei helfen, das einzuschätzen. Das international anerkannte Maß dient dazu, die Belastung mit UV-Strahlen an einem bestimmten Ort zu bestimmen, und lässt sich beispielsweise über Internetseiten und Apps in Erfahrung bringen[3].

UV-Index

Belastung durch UV-Strahlen

0 bis 2

Niedrig

3 bis 5

Moderat

6 bis 7

Hoch

8 bis 10

Sehr hoch

11 und mehr

extrem

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass ein UV-Index von bis zu 2 unproblematisch ist – bei dieser Strahlung können Sie demnach auch ohne Sonnenschutz nach draußen gehen.

Bei einer Belastung zwischen 3 und 7 sollten Sie laut WHO mittags in den Schatten gehen und sich möglichst mit Sonnencreme, Hut und T-Shirt schützen. Diese Werte kann die UV-Strahlung in Mitteleuropa zwischen April und September erreichen.

Bei 8 bis 11 sollten Sie zur Mittagszeit überhaupt nicht nach draußen gehen und unbedingt und auch im Schatten Hut und Shirt tragen und Sonnencreme nutzen. Einen UV-Index von 10 oder höher gibt es in der Regel nur im Hochgebirge, nahe am Äquator und unter den Ozonlöchern über Arktis und Antarktis. Bei mehr als 11 ist selbst im Schatten bedeckende Kleidung angebracht[3].

Es gibt aber auch Kritik am UV-Index. Manche Fachleute bezweifeln, dass die Einteilung stets zuverlässig ist. Ihnen zufolge berücksichtigt der UV-Index die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen nicht genug. Außerdem misst der Index nur die UVB-Strahlung und nicht die UVA-Strahlung – und die kann womöglich nicht nur die Haut altern lassen, sondern auch die Abwehrkräfte unterdrücken[14].

Wie helfen Websites und Apps beim Sonnenschutz?

Um sich dem UV-Index entsprechend zu verhalten, müssen Sie ihn erstmal kennen. Im Internet gibt es einige Websites, auf denen Sie die aktuellen Werte in Ihrer Region nachsehen können – zum Beispiel auf der Seite des

Auch Apps für Ihr Smartphone können Sie dabei unterstützen. Solche Apps (wie UVLens, UVI Mate, UV-Check) messen in der Regel nicht selbst den UV-Index. Sie greifen auf Wetterdaten zurück und zeigen dann die UV-Belastung für Ihre Region an. Oft berechnen die Apps aus Angaben wie Ihrem Standort, dem UV-Index, Ihrem Hauttyp und dem Lichtschutzfaktor ihrer Sonnencreme, wie lange Sie sich in der Sonne aufhalten können[14].

Wissenschaftler testen gerade auch kleine Messgeräte, die die UV-Strahlung feststellen können. Die Idee dahinter: Die Geräte können als Ohrring oder am Finger getragen werden. Sie senden Messergebnisse an Ihr Smartphone. Eine dazugehörige App teilt Ihnen dann mit, wie lange Sie sich maximal in der Sonne aufhalten sollten[15].

Gut zu wissen: Im Meer oder im Schwimmbecken wärmen die Sonnenstrahlen Sie kaum, weil das Infrarotlicht der Sonne die Wasseroberfläche nicht durchdringt. Ein großer Teil der UV-Strahlung gelangt allerdings sehr wohl ins Wasser – Schwimmen und Tauchen schützen Sie also nicht vor Sonnenbrand[3].

Warum Baden nicht vor Sonnenbrand schützt

Welche Sonnencreme brauche ich?

Sind Sie im Sommer, vor allem im Urlaub in südlicheren Breiten, länger draußen unterwegs, cremen Sie sich großzügig mit Sonnencreme ein. Das gilt natürlich auch, wenn Sie an einem Sommertag zuhause längere Zeit im Freien verbringen. Der Lichtschutzfaktor (LSF) des Sonnenschutzes erhöht die Zeit, die Sie in der Sonne verbringen können. Die grobe Formel ist:

Lichtschutzfaktor x Eigenschutzzeit = Zeit in der Sonne

Haben Sie Hauttyp II, beträgt Ihre Eigenschutzzeit circa 20 Minuten. Cremen Sie sich mit LSF 30 ein, können Sie also maximal 20 mal 30 ist gleich 180 Minuten in der Sonne verbringen. Aber Achtung: Bei zu hoher Intensität der Strahlung geht diese Berechnung nicht immer auf. Bei einem hohen UV-Index können Sie sich auch schon im Schatten einen Sonnenbrand holen.

Die Zeit in der Sonne, die sich aus LSF und Eigenschutz berechnet, gilt für den Lauf eines ganzen Tages. Sie können sich in unserem Beispiel also nicht ohne Sonnenbrand-Risiko morgens 180 Minuten sonnen und dann nachmittags noch einmal genauso lange. Nachcremen ist trotzdem sinnvoll, da die Creme mit der Zeit abnutzen kann, vor allem, wenn Sie im Wasser waren und viel schwitzen[14].

Im Test: 2017 hat die Stiftung Warentest 19 Sonnencremes getestet. Das Fazit fiel positiv aus: 17 Sonnenschutz-Mittel erreichten die Note „gut“ oder „sehr gut“, sie alle schützten vor den UVB-Strahlen der Sonne. Lediglich das teures Naturkosmetik-Produkt „eco Sunmilk 30“ fiel durch. Bei den anderen Produkten galt laut der Stiftung: Günstige Sonnencremes helfen genauso wie teure[16].

UV-Schutz für Kinder und Babys

Die Haut von Babys und kleinen Kindern ist besonders anfällig für die Sonnenstrahlung. Dazu kommt, dass Studien zeigen, dass Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter ganz besonders zum späteren Hautkrebsrisiko beitragen[12][11]. Als Elternteil sollten Sie deswegen gut darauf achten, Ihre Kinder nicht zu viel der Sonne auszusetzen[3, 12, 17]:

  • Nutzen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50).
  • Die Kleidung sollte weite Teile des Körpers bedecken und nicht lichtdurchlässig sein. Dunkle Kleidung schützt mehr als helle.
  • Es gibt auch spezielle UV-Schutzkleidung. Der Stiftung Warentest zufolge schützt Kleidung, die mit dem „UV-Standard 801“ ausgezeichnet ist, in der Regel zuverlässig vor dem Sonnenlicht.
  • Wichtig ist auch eine Kopfbedeckung – sie sollte breite Krempen haben, um auch Hals und Nacken zu schützen.
  • Säuglinge sollten generell nicht direkt in die Sonne.

Wer seine Kinder richtig eincremt, kann sie Experten zufolge womöglich langfristig schützen: Hellhäutige Kinder, deren Eltern Sonnencreme mit LSF 30 und Anleitungen zum Sonnenschutz an die Hand bekamen, entwickelten in einer Studie deutlich weniger Muttermale als Kinder in einer Kontrollgruppe. Eine hohe Dichte an Muttermalen gilt als Risikofaktor für Hautkrebs[18].

Wussten Sie schon? Sonnencremes schützen die Haut auf zwei Weisen: Sie enthalten zum einen organische Stoffe, die das Sonnenlicht aufnehmen. Zum anderen stecken im Sonnenschutz mineralische Verbindungen wie Titandioxid und Zinkoxid, die das Licht sowohl absorbieren als auch reflektieren können[4].

Sonnenbrand behandeln

Ist die Haut erstmal verbrannt, ist der Schaden an den Zellen angerichtet – das dadurch erhöhte Hautkrebsrisiko lässt sich nicht wieder umkehren. Die Haut reagiert aber auch mit Entzündungen, wird trocken und zu warm. Gegen Rötungen, Brennen und Jucken können Sie mit den richtigen Maßnahmen etwas tun[19].

Was bringen Après-Sun-Lotions und Co.?

Après-Sun-Produkte können Ihrer Haut unter Umständen helfen, sich von den Strapazen der Sonnenstrahlen zu erholen. Sie kühlen die ausgetrocknete Haut und spenden ihr Flüssigkeit. Dazu sollen sich beispielsweise Gels mit Aloe Vera eignen, die möglicherweise auch entzündungshemmend und antioxidativ wirken[20]. Studien kommen allerdings zu unterschiedlichen Ergebnissen – manche schreiben Aloe Vera eine lindernde Wirkung zu, bezweifeln aber, dass die Pflanzenextrakte die Heilung beschleunigen[21, 22].

Achten Sie generell darauf, welche Zusatzstoffe in Lotionen stecken. Fetthaltige Cremes können eine Barriere auf der Haut erzeugen, die Wärme in der Haut einsperrt und sie am Abkühlen hindert. Manche Produkte enthalten außerdem lokale Betäubungsmittel mit Benzocain oder Lidocain – diese Stoffe können die Haut irritieren und den Heilungsprozess verlangsamen. Ähnliches gilt für Lotionen, denen Duftstoffe zugesetzt sind[20].

Hausmittel und Tipps gegen Sonnenbrand

Kühlen, kühlen, kühlen – so sollte Ihre Devise bei Sonnenbrand lauten. Alles, was die Haut dabei unterstützt, die angestaute Wärme loszuwerden, wirkt den Beschwerden entgegen. Das können Umschläge mit kalten Kompressen, Quark oder kaltem Tee sein, oder schlichtweg kaltes Wasser. Trinken Sie außerdem viel Wasser – das hilft Ihrem Körper, die verbrannten Hautstellen mit Flüssigkeit zu versorgen.

Andere Hausmittel wie Zitrone, Salz und Essig reizen die Haut und bescheren Ihnen eher zusätzliche Schmerzen, ohne die Heilung der Haut zu fördern.

Sind die Schmerzen groß, können Schmerzmittel Ihnen vorübergehend Linderung verschaffen. Greifen Sie dazu am besten zu entzündungshemmenden Wirkstoffen, wie Ibuprofen[19, 23].

Sonnenbrand – wann zum Arzt? Bleiben die Schmerzen durch den Sonnenbrand über Tage bestehen, große Hautbereiche schälen sich ab oder sind geschwollen und es bilden sich Brandblasen? Dann sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen und mögliche Verbrennungen abklären lassen.

Vier Tipps bei Sonnenbrand

UV-Strahlung und Vitamin D

Die UV-Strahlen der Sonne sind nicht ausschließlich schädlich. Mindestens eine positive Wirkung der UVB-Strahlen ist bekannt: Sie regen die Produktion von Vitamin D in unserer Haut an, das deshalb auch als Sonnenvitamin bezeichnet wird. Tatsächlich kann Ihr Körper nur genug Vitamin D herstellen, wenn er ein gewisses Maß an Sonnenstrahlen abbekommt[14].

Welche Strahlung brauche ich für Vitamin D?

Um Vitamin D herzustellen, braucht Ihr Körper leider ausgerechnet UVB-Strahlung – also die Strahlen, die auch Ihre Haut verbrennen und Hautkrebs auslösen. Theoretisch können so Sonnencreme und das Meiden der Sonne zu einem Vitamin-D-Mangel beitragen[4].

Wie kann ich ohne Sonnenbrand Vitamin D tanken?

Eine mögliche Lösung: Setzen Sie mindestens 35 Prozent Ihrer Haut (zum Beispiel Gesicht, Arme und Beine) der Sonne aus und halten Sie sich ansonsten an die Sonnenschutz-Empfehlungen. So können Sie in relativ kurzer Zeit die Vitamin-D-Produktion ankurbeln, ohne dass einzelne Hautstellen von der UV-Strahlung zu stark belastet werden[14]. In einer Studie sonnten Probanden im Sommer dreimal die Woche 35 Prozent ihrer Haut für 13 Minuten. Das genügte immerhin, um einem Mangel vorzubeugen, wenn auch nicht, um eine optimale Versorgung mit Vitamin D zu erreichen[24].

Genügt das Sonne tanken im Sommer nicht, um Ihre Vitamin-D-Werte in den grünen Bereich zu bringen, können Sie das Vitamin auch über Vitamin-D-Präparate aufnehmen. Davor sollten Sie Ihren aktuellen Vitamin-D-Spiegel überprüfen, beispielsweise mit einem Selbsttest für zuhause mit dem cerascreen® Vitamin D Test.

Lesen Sie hier mehr über Vitamin D – von seiner Wirkung im Körper, über die Risiken, die mit einem Mangel einhergehen bis hin zu Vitamin-D-Präparaten und -Tests.

Sonnenbrand und UV-Strahlung – Auf einen Blick

Was ist UV-Strahlung?

Das Licht der Sonne enthält unter anderem UVA- und UVB-Strahlung, die auf der Oberfläche der Erde ankommt. UVA-Strahlung kann die Alterung der Haut beschleunigen. UVB-Strahlen schädigen in hoher Intensität die DNA in Zellen. Auf der Haut tragen sie so zu Hautkrebs bei, im Auge zum Grauen Star.

Was passiert bei einem Sonnenbrand?

Bei einem Sonnenbrand reizt die UV-Strahlung die Haut so sehr, dass es dort zu Entzündungen kommt. Die Folgen sind Rötungen, Juckreiz, Bläschenbildung – und dauerhafte Schäden an den Zellen der Haut.

Wie schütze ich mich vor einem Sonnenbrand?

Die Gefahr durch UV-Strahlung in Ihrer Region können Sie mithilfe des UV-Index einschätzen. Gehen Sie dann bei hoher Belastung nicht zu lange in die Sonne, meiden Sie die Mittagssonne und nutzen Sie Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.

Wie behandele ich einen Sonnenbrand?

Sie können die Beschwerden eines Sonnenbrands vor allem durch Kühlen lindern. Dazu eignen sich auch flüssigkeitsspende Lotionen mit Aloe Vera. Bei großen Schmerzen kommen auch entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen infrage. Meiden Sie Hausmittel wie Zitrone, Salz und Essig, da sie die Haut weiter reizen.

Wie kann ich ohne Sonnenbrand Vitamin D aufnehmen?

Unser Körper braucht die UV-Strahlen, um die Produktion von Vitamin D anzuregen. Ist die Sonnenstrahlung intensiv, ist es besser, nur kurz in die Sonne zu gehen und dabei einen großen Teil des Körpers der Sonne auszusetzen. So werden die einzelnen Hautstellen weniger belastet und Sie bekommen dennoch genug Sonne für Ihre Vitamin-D-Speicher.

Quellenangaben

  1. Bundesamt für Strahlenschutz: Was ist UV-Strahlung?, http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/einfuehrung/einfuehrung_node.html
  2. Rastrelli, M., Tropea, S., Rossi, C.R., Alaibac, M.: Melanoma: Epidemiology, Risk Factors, Pathogenesis, Diagnosis and Classification. In Vivo. 28, 1005–1011 (2014)
  3. Rehfuess, E., World Health Organization: Global solar UV index: a practical guide. World Health Organization, Geneva, Switzerland (2002)
  4. Skotarczak, K., Osmola-Mankowska, A., Lodyga, M., Ska, A.P., Mazur, M., Adamski, Z.: Photoprotection: facts and controversies. 15
  5. Wong, C.C., Liu, W., Gies, P., Nixon, R.: Think UV, not heat! Australas. J. Dermatol. 56, 275–278 (2015). doi:10.1111/ajd.12272
  6. Holman, D.M., Berkowitz, Z., Guy, G.P., Hartman, A.M., Perna, F.M.: The association between demographic and behavioral characteristics and sunburn among U.S. adults - National Health Interview Survey, 2010. Prev. Med. 63, 6–12 (2014). doi:10.1016/j.ypmed.2014.02.018
  7. Robtert Koch Institut: Krebs - Malignes Melanom der Haut, https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Melanom/melanom_node.html
  8. de Troya-Martín, M., de Gálvez-Aranda, M.V., Rivas-Ruiz, F., Blázquez-Sánchez, N., Fernández-Morano, M.T., Padilla-España, L., Herrera-Ceballos, E.: Prevalence and predictors of sunburn among beachgoers. Photodermatol. Photoimmunol. Photomed. 34, 122–129 (2018). doi:10.1111/phpp.12354
  9. Petersen, B., Thieden, E., Philipsen, P.A., Heydenreich, J., Young, A.R., Wulf, H.C.: A sun holiday is a sunburn holiday. Photodermatol. Photoimmunol. Photomed. 29, 221–224 (2013). doi:10.1111/phpp.12048
  10. Darvin, M.E., Sterry, W., Lademann, J., Patzelt, A.: Alcohol consumption decreases the protection efficiency of the antioxidant network and increases the risk of sunburn in human skin. Skin Pharmacol. Physiol. 26, 45–51 (2013). doi:10.1159/000343908
  11. Fitzpatrick, T.B.: The Validity and Practicality of Sun-Reactive Skin Types I Through VI. Arch. Dermatol. 124, 869–871 (1988). doi:10.1001/archderm.1988.01670060015008
  12. Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs. 231 (2014)
  13. Eilers, S., Bach, D.Q., Gaber, R., Blatt, H., Guevara, Y., Nitsche, K., Kundu, R.V., Robinson, J.K.: Accuracy of Self-report in Assessing Fitzpatrick Skin Phototypes I Through VI. JAMA Dermatol. 149, 1289–1294 (2013). doi:10.1001/jamadermatol.2013.6101
  14. Lucas, R.M., Neale, R.E., Madronich, S., McKenzie, R.L.: Are current guidelines for sun protection optimal for health? Exploring the evidence. Photochem. Photobiol. Sci. 17, 1956–1963 (2018). doi:10.1039/C7PP00374A
  15. Ärzteblatt, D.Ä.G., Redaktion Deutsches: Hautkrebs: Tragbarer Hautsensor gibt UV-Alarm über Smartphone, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99681/Hautkrebs-Tragbarer-Hautsensor-gibt-UV-Alarm-ueber-Smartphone
  16. Stiftung Warentest: Sonnenschutzmittel - Vier sind sehr gut und günstig - Stiftung Warentest, https://www.test.de/Test-Sonnencreme-und-Sonnenspray-fuer-Erwachsene-4868984-0/
  17. Stiftung Warentest: Kleidung mit UV-Schutz - Hemd und Hut steht ihm gut, https://www.test.de/Kleidung-mit-UV-Schutz-Hemd-und-Hut-steht-ihm-gut-1688475-2688475/
  18. Gallagher, R.P., Rivers, J.K., Lee, T.K., Bajdik, C.D., McLean, D.I., Coldman, A.J.: Broad-spectrum sunscreen use and the development of new nevi in white children: A randomized controlled trial. JAMA. 283, 2955–2960 (2000)
  19. Han, A., Maibach, H.I.: Management of acute sunburn. Am. J. Clin. Dermatol. 5, 39–47 (2004). doi:10.2165/00128071-200405010-00006
  20. Mayo Clinic: Sunburn - Diagnosis and treatment, https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/sunburn/diagnosis-treatment/drc-20355928
  21. Radha, M.H., Laxmipriya, N.P.: Evaluation of biological properties and clinical effectiveness of Aloe vera: A systematic review. J. Tradit. Complement. Med. 5, 21–26 (2014). doi:10.1016/j.jtcme.2014.10.006
  22. Puvabanditsin, P., Vongtongsri, R.: Efficacy of aloe vera cream in prevention and treatment of sunburn and suntan. J. Med. Assoc. Thail. Chotmaihet Thangphaet. 88 Suppl 4, S173-176 (2005)
  23. Miners, A.L.: The diagnosis and emergency care of heat related illness and sunburn in athletes: A retrospective case series. J. Can. Chiropr. Assoc. 54, 107–117 (2010)
  24. Rhodes, L.E., Webb, A.R., Fraser, H.I., Kift, R., Durkin, M.T., Allan, D., O’Brien, S.J., Vail, A., Berry, J.L.: Recommended summer sunlight exposure levels can produce sufficient (> or =20 ng ml(-1)) but not the proposed optimal (> or =32 ng ml(-1)) 25(OH)D levels at UK latitudes. J. Invest. Dermatol. 130, 1411–1418 (2010). doi:10.1038/jid.2009.417

Sonnenbrand - so schützen Sie Ihre Haut vor UV-Strahlung