Histamin verursacht Kopfschmerzen – Die Schmerzsubstanz der Migräne


Jeder kann betroffen sein. Histamin kann sowohl bei Gesunden als auch bei Migränepatienten Kopfschmerzen verursachen (1).

Histamin

Histamin wird aus der Aminosäure L-Histidin gebildet. Es ist sowohl an normalen (physiologischen) als auch krankmachenden (pathologischen) Prozessen im Körper beteiligt. So dient es beispielsweise als Neurotransmitter und überträgt Reize von einem Nerv zum nächsten. Weiterhin ist es an dem Zusammenziehen und Lösen der Muskulatur (Muskelkontraktion), der Weitstellung der Blutgefäße und an der Verdauung beteiligt (2).
Probleme gibt es dann, wenn es nach der Nutzung durch den Körper nicht vollständig abgebaut werden kann. Für den Abbau werden die Enzyme Diaminooxidase (DAO) und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) benötigt. Diese Enzyme werden hauptsächlich in der Darmschleimhaut gebildet. Die Produktion kann jedoch durch eine Entzündung oder einen Nährstoffmangel reduziert werden. Beispielsweise durch Vitamin B6 und C sowie das Spurenelement Zink (2). 

Migräne

Die Migräne ist eine Erkrankung, die mit regelmäßig wiederkehrenden Kopfschmerzattacken einhergeht. Oftmals treten Begleiterscheinungen seitens des vegetativen Nervensystems auf (3). Dieses Nervensystem ist für alle biologisch festgelegten und automatisch ablaufenden Prozesse im Körper zuständig. So sorgt es unter anderem für die Atmung und die Verdauung.
Die vollständigen Mechanismen der Migräneentstehung sind derzeit noch nicht vollständig geklärt. Wissenschaftler gehen von einer entzündlichen Reaktion aus. Durch eine Entzündung werden Vermittlungsstoffe (Botenstoffe) freigesetzt. Darunter fällt auch Histamin. Durch Histamin kommt es zu einer Gefäßerweiterung, die wiederum den Migräneschmerz auslöst (4).

Histamin und Migräne

Studien zeigen, dass eine Vielzahl der Migränepatienten erniedrigte DAO-Konzentrationen im Blut aufweisen. Dies wurde sowohl während einer Migräneattacke, als auch in der anfallsfreien Phase festgestellt. Zudem klagen die Patienten über verstärkte und häufigere Migräneattacken bei dem Verzehr von histaminhaltigen Lebensmitteln. Zu diesen Nahrungsmitteln zählen unter anderem Wein, Bier, Thunfisch, Makrele, gepökeltes oder geräuchertes Fleisch, Käse und Sauerkraut. Diese Lebensmittel zählen somit als auslösende Faktoren (Trigger) für eine Migräne. Unter einer histaminarmen Ernährung konnten Symptomlinderungen bis hin zur Beschwerdefreiheit erreicht werden. Da es bei der Schwangerschaft zu einer starken Erhöhung der DAO-Konzentration im Blut kommt, konnten Wissenschaftler einen starken Rückgang der Migräneattacken feststellen. Der DAO-Überschuss in der Schwangerschaft entsteht dadurch, dass der Körper der Frau den Säugling vor einer Histamin-Einlagerung schützt (1).

Testung des Histamins

Um herauszufinden, ob Ihre Migräne durch einen Überschuss an Histamin ausgelöst wird, bietet cerascreen® Ihnen den Histamin-Intoleranz-Test an. Bei diesem wird die DAO-Konzentration in Ihrem Blut bestimmt. Neben dem genauen Wert erhalten Sie zudem einen umfangreichen Ergebnisbericht mit Gesundheitstipps rund um das Thema Histamin.

Literatur

  1. Maintz et al. (2006). Die verschiedenen Gesichter der Histaminintoleranz. Deutsches Ärzteblatt. 51-52: 3477-3483.
  2. Kovacova-Hanuskova et al. (2015). Histamine, histamine intoxication and intolerance. Allergologia et Immunopathologia. 43 (5): 498-506. http://dx.doi.org/10.1016/j.aller.2015.05.001
  3. Göbel, H. (2012). Migräne Diagnostik- Therapie- Prävention. Berlin Heidelberg: Springer-Verlag.
  4. Berlit, P. (2013). Basiswissen Neurologie, Essen: Springer- Verlag Berlin Heidelberg.

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