Coronavirus-Epidemie: COVID-19 – Was Sie wissen sollten


Das neuartige Coronavirus sorgt für gefährliche Infektionen, ein Impfstoff ist noch nicht in Sicht. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Pandemie und klären über Mythen und Missverständnisse auf.

Als das Coronavirus SARS-CoV-2 im März 2020 in Europa ankam, hat es vermutlich auch Ihren Alltag gründlich umgekrempelt. Damit sich die durch das Virus ausgelöste Krankheit COVID-19 nicht zu schnell ausbreitet und das Gesundheitssystem ins Chaos stürzt, gelten Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen, auch wenn seit Mai infolge sinkender Infektionszahlen nach und nach Lockerungen eingeführt werden.

Derzeit gibt es noch keine wirksamen Impfstoffe und Medikamente – Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind dabei, an diesen Wirkstoffen zu arbeiten. Außerdem werden Möglichkeiten erprobt, um möglichst viele Menschen gezielt zu testen.

In diesem Artikel haben wir Antworten auf wichtige Fragen zum Thema für Sie auf einen Blick zusammengefasst und verständlich aufbereitet: von der Ansteckung über Symptome und mögliche Langzeitfolgen bis hin zu Tests und Schutzmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Handhygiene und Gesichtsmasken.

Aktuelle Informationen und die offiziellen Empfehlungen erhalten Sie zusätzlich auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Wo kommt das Virus her?

Die ersten Fälle der Krankheit COVID-19 wurden im Dezember 2019 in der chinesischen Provinz Wuhan beobachtet. Wie genau es zu den ersten Infektionen kam, ist noch unklar. Die gängigste Theorie ist derzeit, dass das Virus von Fledermäusen stammt. Möglicherweise hat es auf Umwegen über andere Tiere den Weg zum Menschen gefunden [1].

Im Januar 2020 erkannten die Forscher dann in Laboruntersuchungen das Virus SARS-CoV-2. Kurz darauf stiegen die Infektions-Fälle in China rasant an, die Erkrankung entwickelte sich zur Pandemie  also zur weltweiten Epidemie. In Europa traten die ersten Fälle in Norditalien auf und verbreiteten sich vermutlich von dort aus auch nach Österreich und Deutschland. Berichten zufolge war der österreichische Urlaubsort Ischgl ein Drehkreuz für das Virus – Skiurlauber sollen ihn von dort aus in ganz Europa verteilt haben [1].

Gut zu wissen: Wofür stehen die Abkürzungen? SARS-CoV-2 ist die wissenschaftliche Bezeichnung des Virus, das für die Pandemie verantwortlich ist. SARS steht für "Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom". Die Krankheit, die das Virus auslöst, wird COVID-19 (Coronavirus-Disease-2019) genannt.

Tipp: In unserem Newsblog beleuchten wir weitere aktuelle Themen rund um das Coronavirus näher. Lesen Sie hier mehr zu folgenden Themen:

Wie steckt man sich an?

Als üblicher Weg, auf dem sich Menschen mit COVID-19 anstecken, gilt die Tröpfcheninfektion. Dabei breitet sich das Virus in winzigen Speichel-Tröpfchen aus, die wir beim Husten, Niesen und Sprechen abgeben.

Zuletzt wurde immer mehr klar, dass auch die Übertragung durch Aerosole eine wichtige Rolle spielt. Diese kleinere Teilchen geben wir auch schon beim Sprechen in die Luft ab.

Wie funktioniert die Tröpfcheninfektion?

Die Tröpfchen, die das Virus enthalten, sind relativ schwer. Sie sinken nach kurzer Zeit auf den Boden und kommen dabei rund einen bis zwei Meter weit. Deswegen ist ein Sicherheitsabstand zu anderen Menschen von mindestens 1,5 Metern sinnvoll, um Ansteckungen vorzubeugen.

Auch Zeit spielt eine Rolle: Je länger Menschen sich nahe beieinander aufhalten, desto größer das Risiko einer Ansteckung. Eine Faustregel aus den USA: Halten Sie sich nicht länger als sechs Sekunden in der Nähe anderer Menschen auf [4], [5].

Kann ich ohne Symptome ansteckend sein?

Tatsächlich sind viele Betroffene ansteckend, bevor sie irgendwelche Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Viele Experten sagen: Das ist einer der wichtigsten Gründe dafür, warum COVID-19 sich so rasant auf der ganzen Welt ausgebreitet hat.

Laut einer Hochrechnung chinesischer Forscher stecken sich 44 Prozent der Menschen bei Infizierten an, die noch keine Symptome haben. Andere Wissenschaftler kamen in bestimmten Regionen Chinas sogar auf 48 und 62 Prozent [2,3].

Kann ich mich über Oberflächen anstecken?

Es passiert ebenfalls, dass sich Menschen über Oberflächen wie Türgriffe und andere Gegenstände anstecken. In solchen Fällen geraten die Viren zuerst über die Oberflächen an die Hände. Fassen wir uns dann ins Gesicht, können sie an Schleimhäute und in die Atemwege gelangen.

Dieser Infektionsweg ist möglich, aber im Vergleich zur Tröpfcheninfektion selten [4,5].

Aerosole: Kann ich mich über ausgeatmete Luft anstecken?

Die Hinweise darauf, dass sich das Virus über die Luft, die wir ausatmen, verbreiten kann, haben sich in den letzten Wochen gemehrt. So gab es einen Fall in den USA, in dem sich fast eine gesamte Chorgruppe beim Proben angesteckt hat, trotz Abstandsregeln. Ähnliche Fälle gab es auch in anderen Ländern. Forscher*innen, die solche Fällte untersuchten, vermuten, dass beim Singen Aerosole in die Luft abgegeben wurden, die das Virus transportierten [6].

Die Aerosol-Teilchen, die wir beim Atmen an die Luft abgeben, sind kleiner und leichter als die Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen und können vermutlich länger in der Luft verbleiben. In einer Studie blieben die Aerosole in geschlossenen Räumen bis zu drei Stunden in der Luft. Im Freien aber werden sie schnell vom Wind davongetragen [1,7,8]

Manche Wissenschaftler*innen gehen mittlerweile davon aus, dass ein großer Teil der Infektionen auf diesem Wege stattfindet. Christian Drosten, Virologe an der Charité in Berlin, riet deswegen Ende Mai auch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, Innenräume gut zu lüften und sich wenn möglich draußen mit anderen zu treffen – das sei vermutlich sogar noch wichtiger als Händewaschen und Desinfizieren [9].

Mann und Frau sitzen auf Bank mit Sicherheitsabstand und Mundschutz

Bin ich immun, nachdem ich krank war?

Seit Beginn der Pandemie gibt es Debatten um die Immunität gegen COVID-19. Eine Immunität ist der Grund dafür, dass Sie etwa in einer Erkältungswelle nur einmal krank werden. Unser Immunsystem baut ganz bestimmte Antikörper auf, die einen Krankheitserreger bekämpfen. Will der Erreger, etwa ein Virus, dann wieder in den Körper gelangen, kennen die Abwehrkräfte ihn schon und können ihn abwehren.

Es ist noch zu früh, um sicher zu sagen, ob das auch beim Virus SARS-CoV-2 der Fall sein wird. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO fehlt es noch an wissenschaftlichen Beweisen. Viele Forscher sind aber optimistisch. Christian Drosten, Virologie-Professor der Berliner Charité, vermutet etwa, dass nach überstandener Krankheit eine Immunität für zwei Jahre oder vielleicht sogar länger besteht. Das äußerte er Ende April im Coronavirus-Update-Podcast des NDR [37].

Erste Studien an Affen und Menschen legen nahe, dass es vermutlich nur in seltenen Ausnahmefällen dazu kommt, dass sich einmal Erkrankte erneut anstecken. In der Regel sind Sie vermutlich für Monate oder sogar bis zu drei Jahre immun, wenn Sie COVID-19 einmal überstanden haben [1].

Gab es Studien, die an der Immunität zweifeln lassen?

In Berichten aus Südkorea und China hieß es im März, dass bei Menschen, die bereits als gesund galten, doch noch einmal das Coronavirus nachgewiesen wurden. Die Studienautoren mutmaßten, dass das Virus sich vielleicht noch einmal "reaktivieren" kann. Damit meinen sie aber keine weitere Ansteckung nach überstandener Krankheit.

Einige Experten vermuten, dass diese Ergebnisse an den gängigen PCR-Messungen liegen. Die Tests weisen die Viren nur an bestimmten Körperstellen und zu bestimmten Zeiten nach. Sie schlagen bei Messungen im Rachen manchmal negativ aus, obwohl sich noch Viren in der Lunge befinden. Es handelt sich also nicht um Hinweise darauf, dass sich nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung keine Immunität einstellt [10,11].

Infografik: Maßnahmen, um die Coronavirus-Pandemie einzudämmem

Was sind die Symptome?

Die Symptome von COVID-19 fallen von Fall zu Fall sehr unterschiedlich aus. Sie reichen von „stummen Infektionen“ ohne jedes Symptom über leichte Erkältungen bis hin zu schweren Verläufen mit lebensbedrohlicher Lungenentzündung.

Symptome bei milden und moderaten Verläufen

Es gibt zu den Beschwerden bereits einige Studien aus China, wo das Virus zuerst ausbrach. Den Untersuchungen zufolge verliefen rund 80 Prozent der Erkrankungen mild oder moderat. Studien aus anderen Ländern legen nahe, dass dieser Anteil noch deutlich höher sein könnte [12].

Menschen mit leichteren Verläufen hatten teilweise überhaupt keine Beschwerden, häufig zeigten sich Symptome wie trockener Husten, Fieber, Schnupfen und leichte Lungenentzündungen

Neuere Berichte zeigen außerdem, dass der vorübergehende Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn ein typisches Symptom sein könnte. Rund 15 Prozent der Betroffenen bemerkten diese Einschränkungen beim Riechen und Schmecken.

Das Robert-Koch-Institut nennt einige weitere Symptome, die ebenfalls bei Betroffenen beobachtet wurden [1]:

  • Halsschmerzen sowie Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust 
  • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall
  • Hautausschläge
  • Bindehautentzündung

Symptome bei schweren Verläufen

Schwere Verläufe von COVID-19 bedeuten, dass es zu einer starken Lungenentzündung kommt. Das äußert sich durch Atembeschwerden und Atemnot, in sehr schweren Fällen kam es zu Lungenversagen und zu einer Ausbreitung auf andere Organe.

Diese sehr schweren Verläufe können tödlich sein. Betroffene müssen in Krankenhäusern auf Intensivstationen behandelt und oft künstlich beatmet werden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts endet die Infektion in 0,8 Prozent der Fälle tödlich. Forscher weisen allerdings darauf hin, dass diese Zahl sehr schwer zu bestimmen ist – da die Dunkelziffer der tatsächlich infizierten Menschen sehr schwer festzustellen ist [1].

Wie viele der Corona-Infektionen zu solchen schweren Verläufen führen, war bislang von Region zu Region unterschiedlich. Die Zahlen reichen von drei bis sechs Prozent der Infizierten [1,12].

Risikogruppen für schwere Verläufe

Wenn im Zusammenhang mit dem Coronavirus von Risikogruppen die Rede ist, geht es dabei nicht darum, wer sich mit dem Virus ansteckt. Denn die Infektion kann jeden treffen, sie wurde bei Menschen aller Altersklassen festgestellt.

Es geht dabei um das Risiko für schwere Verläufe. Das ist für bestimmte Personengruppen deutlich höher. Das Robert-Koch-Institut nennt folgende Risikogruppen [1]:

  • Ältere Menschen ab 50 bis 60 Jahren. In Deutschland waren 86 Prozent der Menschen, die an COVID-19 gestorben sind, über 70 Jahre alt (Stand 25. Mai 2020).
  • Raucher
  • stark adipöse Menschen
  • Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, wie Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Lungenkrankheiten wie COPD, chronischen Lebererkrankungen, Diabetes und Krebs
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, zum Beispiel aufgrund von Krankheiten oder der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison

Corona-Risiko und Blutgruppe? Die Blutgruppe könnte das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 beeinflussen. In einer neueren Studie hatten Menschen mit Blutgruppe A positiv ein erhöhtes und Menschen mit Blutgruppe 0 ein niedrigeres Risiko. Die Blutgruppe ist aber nur einer von vielen Faktoren – Sie sollten Ihre Blutgruppe also weder als Entwarnung noch als besorgniserregend sehen [13].

Infografik: COVID-19 - diese Vorerkrankungen erhöhen Risiko für schweren Verlauf

Welche Langzeitfolgen kann COVID-19 haben?

Einige der Menschen, die eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich haben, haben noch für längere Zeit mit den Auswirkungen zu kämpfen. Schwere Verläufe von COVID-19 und die entbehrungsreiche Beatmungstherapie können offenbar die Lunge nachhaltig schädigen. Außerdem ist die Lungenfunktion oft noch eine Weile geschwächt, manche Betroffene sind noch Wochen nach ihrer Erkrankung kurzatmig und geraten schon bei kleinen körperlichen Anstrengungen aus der Puste [15]:

Ob es bei leichten Verläufen zu langwierigen Auswirkungen kommen kann, ist noch unklar. Diskutiert werden hier etwa neurologische Folgen, wie anhaltende Probleme mit dem Geruchs- und Geschmackssinn [1].

COVID-19 kann sich womöglich aber auch auf andere Organe auswirken: Forscher*innen entdeckten Auswirkungen auf Blutgefäße und Herz. In einer Studie in New York wiederum war bei fast einem Drittel der im Krankenhaus behandelten Betroffenen die Niere so stark beeinträchtigt, dass eine Dialyse nötig wurde [15,16].

Generell lässt sich sagen: Die genauen Langzeitfolgen müssen noch erforscht werden. Noch ist nicht klar, wie häufig es zu bleibenden Auswirkungen kommt und wie schwerwiegend sie ausfallen Aber offenbar haben einige Betroffene auch nach COVID-19 noch eine Weile mit den Folgen der Infektion zu kämpfen.

Wie kann man Corona testen?

Sie haben es bestimmt auch schon häufig gehört: "Wir müssen mehr testen!" Tests sind in der Coronakrise aus verschiedenen Gründen wichtig. Sie helfen den Betroffenen, rechtzeitig Hilfe zu bekommen und keine anderen Menschen anzustecken. Und sie liefern Politik und Forschung die nötigen Informationen, um wichtige Entscheidungen für den Umgang mit der Pandemie zu treffen.

Es gibt verschiedene Methoden, um festzustellen, ob Sie die Krankheit COVID-19 haben oder zu einem früheren Zeitpunkt einmal hatten. Die relevantesten Methoden sind der PCR-Test, der das Erbgut der Viren während der Krankheit erkennt, und der Antikörpertest, der nach der Infektion Zellen des Immunsystems nachweist, die das Virus bekämpfen.

Mann führt Rachenabstrich bei sich selbst durch

Antikörpertest: War ich schon krank?

Während einer Infektionskrankheit wie COVID-19 bildet das Immunsystem in der Regel Antikörper, um die Krankheitserreger im Körper zu bekämpfen. Für jeden Erreger gibt es andere, unterschiedliche Antikörper. Im Blut können Labore deshalb gezielt die Antikörper nachweisen, die sich dem Virus SARS-CoV-2 zuordnen lassen.

Die Antikörper entstehen im Laufe der Erkrankung und sind frühestens eine bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisbar. Deswegen eignen sich die Tests nicht gut, um eine akute Infektion festzustellen [19].

Was bringen Antikörpertests?

Da die Antikörper auch nach der überstandenen Infektion im Körper bleiben, können Sie mit einem Antikörpertest im Nachhinein feststellen, ob Sie das Coronavirus bereits hatten. Das ist wichtig, weil viele Erkrankte keine klaren Symptome zeigen – so versteckt sich COVID-19 häufig hinter leichten Erkältungssymptomen oder verläuft sogar ganz ohne Beschwerden.

Wer die Antikörper im Blut und die Erkrankung überstanden hat, erkrankt vermutlich erst einmal nicht mehr und kann keine anderen Menschen mehr anstecken. Menschen, die immun sind, dürfen sich in Zukunft vielleicht aus Kontaktverboten herausbewegen und zum Beispiel wieder zur Arbeit gehen. Die Gesundheitsbehörden hoffen, so Ärzte und Pflegekräfte, die immun sind, gezielt einzusetzen, um Corona-Patienten zu versorgen [20].

Antikörpertests sind auch eine Hoffnung der Wissenschaftler, um Daten über den Verlauf der Pandemie zu erhalten. Das Robert-Koch-Institut unter anderem führt seit Mai 2020 große Studien mit Antikörpertests durch, um herauszufinden, wie verbreitet das Coronavirus in Deutschland schon war [19].

Mit dem ceracreen® Coronavirus Antikörper Test können Sie zuhause eine Blutprobe entnehmen und Sie an ein medizinisches Fachlabor senden, das Ihre Probe auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 untersucht. Der Test misst mit dem etablierten ELISA-Testverfahren die spezifischen IgG-Anitkörper. Diese Antikörper verbleiben am längsten im Körper und liefern in der Analyse die aussagekräftigsten Ergebnisse.

PCR-Test: Bin ich gerade krank?

Die gängige Methode, um eine akute Infektion mit der Krankheit COVID-19 nachzuweisen, ist der sogenannte PCR-Test. PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion. Damit ist ein Verfahren gemeint, mit dem Labore das Erbgut des Virus SARS-CoV-2 in einer DNA-Probe nachweisen können.

cerascreen Coronavirus TestDie Abstriche für die Probe können an verschiedenen Stellen genommen werden. Üblich ist die Probeentnahme am Rachen: Im Rachenbereich halten sich die Viren vor allem in der ersten Woche der Erkrankung auf, wenn sich bei den meisten Betroffenen erste Symptome zeigen. Später befinden sich die Viren dann oft verstärkt in der Lunge. In Krankenhäusern können Ärzte auch aus der Lunge Abstriche nehmen, um das Virus dort festzustellen [17,18].

Der cerascreen® Coronavirus Test ist ein PCR-Test mit Rachenabstrich, der die gesetzlichen Ansprüchen für Medizinprodukte erfüllt und den Sie trotzdem einfach zuhause durchführen können. Sie führen den Test in der Sicherheit der eigenen vier Wände durch, per DHL-Express wird Ihre Probe dann abgeholt und an ein Diagnostik-Fachlabor gebracht. Zwei bis drei Tage später erhalten Sie Ihr Ergebnis.

Der Test ist sinnvoll, wenn Sie bei Symptomen wie Husten, Fieber und Schnupfen abklären wollen, ob es sich um COVID-19 oder doch eine einfache Grippe oder Erkältung handelt. cerascreen will damit dazu beitragen, dass mehr Menschen getestet werden können und das medizinische Personal entlastet wird.

Warum ist das Meiden von Kontakten wichtig?

Die wichtigste Maßnahme, um die Corona-Pandemie einzudämmen: Direkte Kontakte zwischen Menschen so weit es geht reduzieren. Das wird als „Social Distancing“ bezeichnet, also als „soziales Distanzieren“. 

Das einfache Prinzip dahinter: Je weniger Menschen sich direkt begegnen, desto weniger Ansteckungen kann es geben. Das gilt vor allem, weil viele Menschen das Virus in sich tragen und bereits ansteckend sind, während sie noch keine Symptome spüren.

Zum Social Distancing gehören die von den deutschen Bundesländern gesetzten Kontaktbeschränkungen und Verbote von Großveranstaltungen

Was haben die Maßnahmen bislang gebracht? Diese Frage haben sich Forschende des Imperial College in London gestellt. In ihrer Studie, die sie Anfang Juni 2020 veröffentlichten, kamen sie zu dem Schluss: Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Lockdowns spielten eine große Rolle dabei, die Infektionszahlen zu reduzieren [21].

Wann darf ich noch nach draußen gehen?

In Deutschland dürfen Sie derzeit auf jeden Fall zum Einkaufen nach draußen und zur Arbeit gehen, wenn Ihr Arbeitgeber kein Home-Office für Sie angeordnet hat. Außerdem ist es, je nach Bundesland, wieder erlaubt, sich mit Menschen aus zwei oder mehreren Haushalten zu treffen, teilweise mit einem Limit von zehn Personen.

Social Distancing bedeutet generell nicht, dass Sie nicht an die frische Luft können! Wenn Sie im Park joggen, den Hund ausführen oder eine Runde um den Block spazieren, ist das Ansteckungsrisiko gering. Studien zeigen außerdem, wie gut das Rauskommen Ihrem Körper tut – vor allem für die Psyche ist dies enorm wichtig [22].

Gut zu wissen: Korrekter als „soziales Distanzieren“ wäre eigentlich „physisches Distanzieren“. Schließlich dürfen und sollten Sie soziale Kontakte weiter über Telefon und Internet pflegen. Nutzen Sie die Möglichkeiten, um Video-Konferenzen mit Freunden und Familie abzuhalten – so fühlen sich die digitalen Kontakte noch mehr nach echten Begegnungen an.

Was bedeutet „Flatten the Curve?“

„Flatten the Curve“ (auf Deutsch: die Kurve flach halten) spielt auf eine grafische Darstellung davon an, wie viele Menschen sich über einen bestimmten Zeitraum anstecken: Verteilen sich die Infektionen über einen langen Zeitraum, ergibt das eine lange, flache Kurve von Fällen. Gibt es viele Fälle auf einmal, wird die Kurve sehr steil, es kommt zu einem exponentiellen Wachstum.

Gut zu wissen: Was bedeutet exponentielles Wachstum? Wenn sich etwas exponentiell vermehrt, dann multipliziert es sich innerhalb eines bestimmten Zeitraums um denselben Faktor. Was das rein rechnerisch bedeutet, wenn sich etwa Krankheitsfälle jeden Tag verdoppeln: Sind 2 Menschen erkrankt und jeder dieser Menschen steckt an einem Tag 2 weitere an, haben sich nach 2 Tagen 8 Menschen angesteckt, nach 7 Tagen 256, nach 14 Tagen 32.768 Menschen und nach 21 Tagen mehr als 4 Millionen.

Infografik: Flatten the Curve

Das Problem bei einer steilen Kurve: Erkranken zahlreiche Menschen auf einmal, müssen auch viele gleichzeitig wegen schwerer Verläufe auf der Intensivstation behandelt werden. Die Kapazitäten des Gesundheitssystems können dann überfordert werden – die Betten in den Krankenhäusern, das verfügbare medizinische Personal und Pflegekräfte, die Medikamente und Beatmungsgeräte. Das kann dazu führen, dass Ärzte entscheiden müssen, welche Patienten sie behandeln und welche nicht, und dass es dadurch zu mehr Todesfällen kommt.

Das Ziel ist also, die Ansteckungen auf einen langen Zeitraum zu verteilen. Nur so können alle Menschen mit schwerem Krankheitsverlauf die optimale medizinische Behandlung bekommen.

Was bedeutet häusliche Quarantäne?

Häusliche Quarantäne ordnet das Gesundheitsamt für Sie an, wenn Sie positiv auf das Virus SARS-Cov-2 getestet wurden oder stark verdächtige Symptome haben und Kontakt mit Betroffene hatten. Die Quarantäne bedeutet, dass Sie Ihren Wohnraum überhaupt nicht verlassen dürfen, auch nicht zum Einkaufen, um in die Arbeit zu gehen oder für Spaziergänge. Das gilt in der Regel für 14 Tage.

Achtung: Es ist strafbar, die verordnete Quarantäne zu ignorieren! Ein Verstoß kann Geld- und sogar Freiheitsstrafen nach sich ziehen [23].

Einkäufe können Sie zum Beispiel von Nachbarn, Familie oder Freunden erledigen lassen, die sie dann vor Ihrer Tür abstellen. Haben Sie niemanden, der Ihnen bei Besorgungen hilft, können Sie sich zum Beispiel an die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk (THW) oder ehrenamtliche Hilfsstellen vor Ort wenden.

Belastet Sie die soziale Isolation stark, suchen Sie sich Unterstützung bei Freunden und Familie. Sie können sich auch an die Telefonseelsorge wenden. Sie erreichen diese telefonisch unter 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 oder 116 123 [24].

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Es gibt verschiedene Empfehlungen, die dabei helfen, die Verbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Zuletzt hat sich gezeigt, dass die in vielen Ländern eingeführte Maskenpflicht dazu beigetragen haben könnte, die Ausbreitung von COVID-19 zu verlangsamen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die folgenden Maßnahmen, um sich und andere zu schützen [25]:

  • Handhygiene – regelmäßig und gründlich (mindestens 20 Sekunden) die Hände mit Seife und Wasser waschen oder sie desinfizieren.
  • Niesen und Husten immer in die Armbeuge und benutzte Taschentücher sofort entsorgen.
  • Nicht ins Gesicht fassen, vor allem nicht an Nase, Mund und Augen.
  • Bei Anzeichen einer Erkältung zuhause bleiben, bei Husten oder Fieber beim Arzt anrufen.
  • Mindestens einen Meter Abstand halten zu anderen Menschen und Menschenmassen meiden.

Die jüngsten Erkenntnissen zur Übertragung von SARS-CoV-2 über Aerosole in der Luft legen außerdem nahe, dass regelmäßiges Lüften wichtig sein könnte, damit sich das Virus nicht  über die Luft in Innenräumen verbreiten kann.

Wenn jemand in Ihrem Haushalt krank ist, sollten Sie den Kontakt ebenfalls reduzieren, um sich nicht anzustecken. Reinigen Sie dann auch Oberflächen regelmäßig mit Wasser und Seife und desinfizieren Sie sie anschließend. Das gilt vor allem für Dinge, die wir im Alltag oft anfassen, wie Türgriffe, Lichtschalter, Toilette, Waschbecken, Tische, Tastaturen und Telefone [5].

Was bringen Maske und Mund-Nasen-Schutz?

Zu den Empfehlungen der Regierung und von Fachleuten gehört auch das Tragen von Alltagsmasken. Damit sind Einfachmasken und Mund-Nasen-Bedeckungen gemeint, die in der Regel aus Stoff bestehen.

Der Hauptnutzen dieser Alltagsmasken ist: Wenn infizierte Menschen Masken tragen, reduziert sich vor allem das Risiko, dass sie andere anstecken. Sie geben dank der Masken weniger Viren über Husten, Niesen und Sprechen ab. Vermutlich schränken sie auch die Weitergabe von kleinen Aerosol-Teilchen deutlich ein. Das untersuchte zuvor auch bereits eine Studie des Fachmagazins Nature [8].

Der Effekt der Masken wurde lange unterschätzt

Im Laufe des Sommers kamen Hinweise darauf auf, dass Masken nicht nur andere schützen, sondern auch ihre Träger*innen. Forscher*innen aus den USA vermuten: Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, gelangen bei einer Infektion kleinere Mengen des Virus in Ihren Körper. Das könnte dazu führen, dass es eher zu einem milden Verlauf mit schwachen oder gar keinen Symptomen kommt [38].

Ende Mai 2020 erschien eine chinesische Studie, die nahelegt, dass die Bedeutung des Mund-Nase-Schutzes lange unterschätzt wurde. Den Autor*innen zufolge konnten Länder, die eine Maskenpflicht einführten, das Coronavirus effektiver zurückdrängen als andere [26]. Den Autor*innen und auch weiteren Studien zufolge kann der Mund-Nasen-Schutz Infektionen durch Menschen verhindern, die erkrankt und ansteckend sind, es aber nicht wissen, weil sie noch keine Symptome zeigen [27].

Die Maske richtig tragen: Die Masken sollten auf jeden Fall Mund und Nase bedecken. Auch einfache Stoffmasken kommen in Frage, sie können das Infektionsrisiko für andere Menschen offenbar ebenfalls reduzieren.

Sie sollten eine einzelne Maske nicht zu lange tragen. Am besten wechseln Sie die Maske spätestens, wenn sie feucht geworden ist. Viele der Stoffmasken können Sie dann waschen und erneut verwenden.

Corona-Warn-App des RKI

Ein Hoffnungsschimmer einiger Experten sind Apps und Handydaten. Es geht dabei um Apps, die dabei helfen, Bewegungen und Kontakte und damit die Verbreitung des Virus nachzuvollziehen.

In Deutschland wurde die Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts am 16. Juni 2020 veröffentlicht und innerhalb von 24 Stunden sieben Millionen Mal heruntergeladen. Mit der App können Sie nachvollziehen, ob Menschen, in deren Nähe Sie in letzter Zeit waren und die die App ebenfalls installiert haben, mit COVID-19 infiziert worden sind. Daraufhin können Sie sich testen lassen und gegebenenfalls in Quarantäne begeben, um keine weiteren Menschen anzustecken.

Die Hoffnung von Experten wie dem Virologen Christian Drosten: Behörden könnten über solche Apps „Infektionsnetzwerke“ bilden und gezielt betroffene Personengruppen testen lassen, automatisierte Mitteilungen verschicken und häusliche Quarantäne anordnen. Die restliche Gesellschaft könnte dann langsam wieder in den Normalzustand zurückkehren [28,29].

Immunsystem stärken

Bei einer Infektionskrankheit wie COVID-19 kämpft das Immunsystem beständig gegen die Erreger im Körper an, in diesem Fall gegen das Virus SARS-CoV-2.

Menschen, die aufgrund von Krankheiten eine Immunschwäche haben, gehören deshalb zur Risikogruppe für schwere Verläufe von COVID-19. Bei Ihnen haben die Abwehrkräfte Schwierigkeiten, mit dem Virus fertig zu werden und es kann zu starken und gefährlichen Beschwerden kommen [1].

Ein gesundes Immunsystem schützt Sie nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus. Das liegt daran, dass die menschlichen Abwehrkräfte noch nicht auf das neuartige Virus eingestellt sind. Sie müssen erst Antikörper gegen den Erreger aufbauen, bevor sie ihn effektiv abwehren können [1].

Es gibt noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu, ob es möglich ist, das Immunsystem mit Nahrungsergänzungsmitteln zu stärken und damit den Verlauf von COVID-19 abzumildern. Es kann aber sinnvoll sein, eventuelle Nährstoffmängel festzustellen und auszugleichen, damit Ihr Körper optimal auf eine Infektion vorbereitet ist. Für das Immunsystem wichtige Nährstoffe sind unter anderem Vitamin D sowie die Mineralstoffe Zink und Selen.

Kann Vitamin D vor dem Coronavirus schützen?

Einige Studien weisen mittlerweile darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D den Verlauf von COVID-19 beeinflussen könnte – auch wenn handfeste Belege noch ausstehen. So folgern einige Foscher*innen: Menschen mit einem Vitamin-D-Mangel haben häufiger Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die wiederum gemeinsam mit dem Mangel das Risiko schwerer Verläufe erhöhen könnten [39].

Zudem hatten Vergleiche europäischer Länder gezeigt, dass dort, wo die Vitamin-D-Versorgung niedriger war, die Sterberate an COVID-19 höher war. So hatten die Betroffenen in Italien und Spanien ein höheres Sterberisiko als jene in Skandinavien, wo die Vitamin-D-Versorgung generell besser ist [40, 41].

Derzeit gibt es auch eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten und dem Verlauf von COVID-19 untersuchen. Mögliche Wege, auf denen das Sonnenvitamin hier wirkt: Vitamin D spielt eine Rolle in der Immunabwehr und kann womöglich Entzündungen in der Lunge entgegenwirken.  [39].

Das bedeutet aber nicht, dass eine Einnahme von Vitamin D vor dem Coronavirus schützt! Zum einen verhindert ein gesunder Vitamin-D-Spiegel die Ansteckung nicht, sondern beeinflusst nur möglicherweise die Schwere des Verlaufs. Zum anderen haben Vitamin-D-Präparate vor allem dann eine positive Auswirkung, wenn Sie unter einem Mangel leiden, den es auszugleichen gilt. Die Menschen, die in den Studien betrachtet wurden, waren auch in der Regel ältere Menschen in Pflegeenrichtungen, die häufig unter schwerem Vitamin-D-Mangel leiden.

Ihre persönliche Vitamin-D-Versorgung können Sie mit einem Bluttest untersuchen, beispielsweise mit dem cerascreen® Vitamin D Test.

Impfstoffe gegen COVID-19

In der Medizin sind Impfungen so etwas wie die Königsklasse unter den Therapien gegen Infektionskrankheiten. Schließlich behandeln wir mit einer Impfung eine Krankheit, bevor sie entstehen kann. Eine flächendeckende Impfung sorgt außerdem dafür, dass sich ein Krankheitserreger, wie ein Virus, kaum noch verbreiten kann. So wurden in der Vergangenheit schon verschiedene Erreger in Deutschland fast oder ganz ausgerottet, wie Kinderlähmung, Pocken und Keuchhusten [30].

Warum sind Impfungen gegen COVID-19 wichtig?

Geht es um das Virus SARS-CoV-2 und die Krankheit COVID-19, ist die Suche nach einem Impfstoff ein Rennen gegen die Zeit. Ohne Impfungen müssten wir mit einem von zwei Szenarien rechnen: Entweder würden wir jahrelang mit drastischen Einschränkungen im Alltag leben. Oder das Virus würde sich schnell ausbreiten, was zu einer hohen Zahl von Todesfällen führen könnte.

Gut zu wissen: Wie funktionieren Impfungen? Impfungen regen Ihr Immunsystem dazu an, eine Abwehr gegen einen bestimmten Erreger aufzubauen, zum Beispiel durch die Produktion von Antikörpern. Impfstoffe enthalten dazu entweder lebendige, aber abgeschwächte Krankheitserreger (Lebendimpfstoff) oder tote Zellen der Erreger (Totimpfstoff). Erfolgreiche Impfungen senken das Risiko, dass Menschen sich mit einer Krankheit anstecken und sie weiter verbreiten [29,30].

Wann gibt es Impfstoffe gegen COVID-19?

Wie lange dauert es, einen Impfstoff zu entwickeln? Oft gehen dazu Jahre ins Land. Und obwohl Forscher auf der ganzen Welt unter Hochdruck daran forschen, wird die Entwicklung wohl mindestens 12 bis 18 Monate dauern. Einen zugelassenen Impfstoff erwarten Experten frühestens im Frühjahr 2021.

Das liegt daran, dass Impfstoffe gut erprobt sein müssen. Für andere Medikamente gilt das natürlich auch. Impfungen beinhalten aber immer den Krankheitserreger selbst oder Teile von ihm. Wissenschaftler müssen in Studien deswegen besonders gründlich nachweisen, dass die Wirkstoffe sicher sind. Sonst könnten Millionen von Menschen Impfstoffe mit ungewissen Wirkungen bekommen [31].

Woran arbeiten die Forscher gerade?

Laut einer Übersichtsstudie forschen Wissenschaftler auf der ganzen Welt an rund 100 verschiedenen Impfstoffen gegen das Coronavirus (Stand 8. April 2020) [31]. Aber nur wenige dieser Studien befinden sich schon in der klinischen Phase, werden also bereits an Menschen getestet [1].

In China haben Forscher kürzlich eine vielversprechende Tierstudie an Rhesusaffen durchgeführt, mit einem Totimpfstoff. Die Tiere erhielten den Impfstoff und bekamen dann eine hohe Dosis des Virus in die Lunge verabreicht. Die Körper der Affen konnten dank der Impfung schnell Antikörper bilden und die Krankheit zurückdrängen. Es kam auch zu keiner gefährlichen Überreaktion des Immunsystems – einer möglichen Nebenwirkung, die bei der Erforschung von Totimpfstoffen manchmal ein Hindernis ist [33].

Doch solche erfolgreichen Tierversuche sind nur ein erster Schritt. Es ist nicht klar, ob sich der Versuch wiederholen ließe – und schon gar nicht, ob sich die Ergebnisse auf Menschen übertragen lassen. Impfstoffe wie der aus der chinesischen Studie müssen erst noch in groß angelegten klinischen Untersuchungen erprobt werden.

Gut zu wissen: Totimpfstoff und Lebendimpfstoff. Impfstoffe lassen sich danach unterscheiden, ob zu ihrer Herstellung lebendige oder tote Zellen der Viren verwendet werden. Totimpfstoffe sind einfacher und schneller herzustellen, auch in großen Mengen. Sie gelten aber auch als risikoreicher, weswegen sich die Forschung bei Impfungen gegen COVID-19 in den USA und Deutschland derzeit mehr auf Lebendimpfstoffe konzentriert [31].

Medikamente gegen COVID-19

Die richtigen Medikamente könnten vor allem Menschen mit schweren Verläufen von COVID-19 helfen. Für COVID-19 ist bislang noch kein Medikament zugelassen, dafür fehlt es noch an Studien und Zulassungsverfahren.

Zuletzt erregten Mitte Juni 2020 Daten der noch unveröffentlichten RECOVERY-Studie der britischen Oxford-Universität Aufsehen. Die Forschenden untersuchten das Medikament Dexamethason, das ursprünglich zur Behandlung von Asthma entwickelt wurde. Es hemmt Entzündungen und konnte in der RECOVERY-Studie die Sterblichkeit bei schweren Verläufen von COVID-19 um ein Drittel reduzieren [34]

Noch ist es zu früh, von einem Durchbruch zu sprechen: Die Daten müssen weiter geprüft werden für die finalen Ergebnisse der Studie. Sollten sich die Hoffnungen der Oxford-Forschenden erfüllen, könnte Dexamethason aber ein günstiges und wirksames Mittel gegen schwere COVID-19-Verläufe sein.

Wissenschaftler arbeiten an weiteren Arten von Wirkstoffen, die sich zur Therapie des Coronavirus eignen könnten [35]:

  • Antivirale Medikamente. Sie verlangsamen oder verhindern die Vermehrung von Viren im Körper. Manche regen auch die Immunabwehr an, sodass der Körper die Erreger besser bekämpfen kann.
  • Medikamente gegen Lungenkrankheiten. Sie wirken Einschränkungen entgegen, die durch eine starke Lungenentzündung entstehen können. Zum Beispiel sorgen sie dafür, dass die Lunge das Blut weiter mit ausreichend Sauerstoff versorgt.
  • Immunmodulatoren: In einigen Fällen reagiert das Immunsystem über und kann zum Beispiel Schäden in der Lunge anrichten. Diese Wirkstoffe können eine solche Überreaktion verhindern.

Welche Medikamente werden zurzeit erprobt?

Einige der Medikamente, die Wissenschaftler untersuchen, haben es bereits in die Schlagzeilen geschafft. Dazu gehören [36]:

Remdesivir. Das Medikament wurde zum Einsatz gegen Ebola entwickelt. Es könnte das Coronavirus im Körper bekämpfen. In einigen ersten Tests erschien es vielversprechend. Nun gibt es größere Studien in Asien, den USA und Deutschland.

Chloroquin. Das Malaria-Medikament weckte zunächst große Hoffnungen. Doch die Studien dazu fielen bislang uneindeutig aus – derzeit lässt sich noch nicht sagen, ob Chloroquin in Zukunft gegen COVID-19 helfen könnte.

Tocilizumab. Das Rheuma-Mittel könnte Überreaktionen des Immunsystems in der Lunge entgegenwirken. Eine internationale Studie mit 330 COVID-19-Patienten findet derzeit statt, Ergebnisse werden im Sommer erwartet.

Quellen

[1]        Robert-Koch-Institut, „Coronavirus SARS-CoV-2 - SARS-CoV-2 Steckbrief zur Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19)“. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html (zugegriffen März 31, 2020).

[2]        X. He u. a., „Temporal dynamics in viral shedding and transmissibility of COVID-19“, medRxiv, S. 2020.03.15.20036707, März 2020, doi: 10.1101/2020.03.15.20036707.

[3]        T. Ganyani u. a., „Estimating the generation interval for COVID-19 based on symptom onset data“, medRxiv, S. 2020.03.05.20031815, März 2020, doi: 10.1101/2020.03.05.20031815.

[4]        P. Y. Chia u. a., „Detection of Air and Surface Contamination by Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) in Hospital Rooms of Infected Patients“, medRxiv, S. 2020.03.29.20046557, Apr. 2020, doi: 10.1101/2020.03.29.20046557.

[5]        CDC, „Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)“, Centers for Disease Control and Prevention, Feb. 11, 2020. https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/prevent-getting-sick/social-distancing.html (zugegriffen Apr. 08, 2020).

[6]        L. Hamner, „High SARS-CoV-2 Attack Rate Following Exposure at a Choir Practice — Skagit County, Washington, March 2020“, MMWR Morb. Mortal. Wkly. Rep., Bd. 69, 2020, doi: 10.15585/mmwr.mm6919e6.

[7]        N. van Doremalen u. a., „Aerosol and Surface Stability of SARS-CoV-2 as Compared with SARS-CoV-1“, N. Engl. J. Med., Bd. 0, Nr. 0, S. null, März 2020, doi: 10.1056/NEJMc2004973.

[8]        N. H. L. Leung u. a., „Respiratory virus shedding in exhaled breath and efficacy of face masks“, Nat. Med., S. 1–5, Apr. 2020, doi: 10.1038/s41591-020-0843-2.

[9]        Silvia Engels, „Virologe Drosten zu Aerosol-Übertragung - ‚Im Alltag eher aufs Lüften konzentrieren als auf ständiges Desinfizieren‘“, Deutschlandfunk. https://www.deutschlandfunk.de/virologe-drosten-zu-aerosol-uebertragung-im-alltag-eher.694.de.html?dram:article_id=477312 (zugegriffen Mai 25, 2020).

[10]        G. Ye u. a., „Clinical characteristics of severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 reactivation“, J. Infect., März 2020, doi: 10.1016/j.jinf.2020.03.001.

[11]        J. An u. a., „Clinical characteristics of the recovered COVID-19 patients with re-detectable positive RNA test“, Infectious Diseases (except HIV/AIDS), preprint, März 2020. doi: 10.1101/2020.03.26.20044222.

[12]      World Health Organisation (WHO), „Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)“, Feb. 2020. Zugegriffen: Apr. 08, 2020. [Online]. Verfügbar unter: https://www.who.int/docs/default-source/coronaviruse/who-china-joint-mission-on-covid-19---final-report-1100hr-28feb2020-11mar-update.pdf?sfvrsn=1a13fda0_2&download=true.

[13]      D. Ellinghaus u. a., „The ABO blood group locus and a chromosome 3 gene cluster associate with SARS-CoV-2 respiratory failure in an Italian-Spanish genome-wide association analysis“, medRxiv, S. 2020.05.31.20114991, Juni 2020, doi: 10.1101/2020.05.31.20114991.

[14]      Deutsches Ärzteblatt, „Gesundheits­ministerium rechnet mit Spätfolgen nach COVID-19-Er­krankungen“, Deutsches Ärzteblatt, Mai 15, 2020. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112936/Ge­sund­heits­mi­nis­terium-rechnet-mit-Spaetfolgen-nach-COVID-19-Erkrankungen (zugegriffen Mai 25, 2020).

[15]      M. J. Cummings u. a., „Epidemiology, clinical course, and outcomes of critically ill adults with COVID-19 in New York City: a prospective cohort study“, The Lancet, Bd. 0, Nr. 0, Mai 2020, doi: 10.1016/S0140-6736(20)31189-2.

[16]      Z. Varga u. a., „Endothelial cell infection and endotheliitis in COVID-19“, The Lancet, Bd. 395, Nr. 10234, S. 1417–1418, Mai 2020, doi: 10.1016/S0140-6736(20)30937-5.

[17]      Robert-Koch-Institut, „Coronavirus SARS-CoV-2 - Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2“. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html (zugegriffen Apr. 07, 2020).

[18]      Y. Pan, D. Zhang, P. Yang, L. L. M. Poon, und Q. Wang, „Viral load of SARS-CoV-2 in clinical samples“, Lancet Infect. Dis., Bd. 20, Nr. 4, S. 411–412, Apr. 2020, doi: 10.1016/S1473-3099(20)30113-4.

[19]      Robert-Koch-Institut, „Wie viele Menschen sind immun gegen das neue Coronavirus? Robert Koch-Institut startet bundesweite Antikörper-Studien“, 2020. https://www.rki.de/DE/Content/Service/Presse/Pressemitteilungen/2020/05_2020.html (zugegriffen Apr. 14, 2020).

[20]      Bundesministerium für Gesundheit, „Fragen und Antworten zum neuartigen Coronavirus“. https://www.zusammengegencorona.de/informieren/masken-mund-nasen-schutz-kann-bei-der-eindaemmung-der-epidemie-hilfreich/ (zugegriffen Apr. 14, 2020).

[21]      S. Flaxman u. a., „Estimating the effects of non-pharmaceutical interventions on COVID-19 in Europe“, Nature, S. 1–8, Juni 2020, doi: 10.1038/s41586-020-2405-7.

[22]      University of Washington, „Mental Health :: Green Cities: Good Health“. http://depts.washington.edu/hhwb/Thm_Mental.html (zugegriffen Apr. 14, 2020).

[23]      Robert-Koch-Institut, „Coronavirus SARS-CoV-2 - Häusliche Quarantäne (vom Gesundheitsamt angeordnet): Flyer für Kontaktpersonen“. https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Quarantaene/Inhalt.html (zugegriffen Apr. 07, 2020).

[24]      Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, „Tipps bei häuslicher Quarantäne“, S. 2.

[25]      World Health Organisation, „Q&A on coronaviruses (COVID-19)“. https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses (zugegriffen Apr. 09, 2020).

[26]      K. A. Prather, C. C. Wang, und R. T. Schooley, „Reducing transmission of SARS-CoV-2“, Science, Mai 2020, doi: 10.1126/science.abc6197.

[27]      NDR, „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten, Folge 28“. https://www.ndr.de/nachrichten/info/28-Coronavirus-Update-Auch-die-Atemluft-spielt-eine-Rolle,podcastcoronavirus174.html (zugegriffen Apr. 09, 2020).

[28]      L. Ferretti u. a., „Quantifying SARS-CoV-2 transmission suggests epidemic control with digital contact tracing“, Science, März 2020, doi: 10.1126/science.abb6936.

[29]      NDR, „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten, Folge 30“. https://www.ndr.de/nachrichten/info/30-Coronavirus-Update-Forscher-hoffen-auf-Datenspenden,podcastcoronavirus184.html (zugegriffen Apr. 09, 2020).

[30]      Robert Koch-Institut und Paul-Ehrlich-Institut, „Bedeutung von Impfungen - Antworten des Robert Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts zu den 20 häufigsten Einwänden gegen das Impfen“. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html#doc2378400bodyText2 (zugegriffen Apr. 27, 2020).

[31]      NDR, „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten, Folge 35: Vielversprechende Impfstudie aus China“. https://www.ndr.de/nachrichten/info/35-Coronavirus-Update-Vielversprechende-Impfstudie-aus-China,podcastcoronavirus196.html (zugegriffen Apr. 27, 2020).

[32]      T. T. Le u. a., „The COVID-19 vaccine development landscape“, Nat. Rev. Drug Discov., Apr. 2020, doi: 10.1038/d41573-020-00073-5.

[33]      Q. Gao u. a., „Rapid development of an inactivated vaccine for SARS-CoV-2“, Microbiology, preprint, Apr. 2020. doi: 10.1101/2020.04.17.046375.

[34]      „Low-cost dexamethasone reduces death by up to one third in hospitalised patients with severe respiratory complications of COVID-19 — RECOVERY Trial“. https://www.recoverytrial.net/news/low-cost-dexamethasone-reduces-death-by-up-to-one-third-in-hospitalised-patients-with-severe-respiratory-complications-of-covid-19 (zugegriffen Juni 17, 2020).

[35]      Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V., „Medikamente gegen Coronavirus – Der aktuelle Forschungsstand | vfa“. https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/woran-wir-forschen/therapeutische-medikamente-gegen-die-coronavirusinfektion-covid-19 (zugegriffen Apr. 27, 2020).

[36]      Deutschlandfunk, „Covid-19 - Ansätze für Medikamente gegen das Coronavirus“, Deutschlandfunk. https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-ansaetze-fuer-medikamente-gegen-das-coronavirus.1939.de.html?drn:news_id=1125112 (zugegriffen Apr. 28, 2020).

[37]      NDR, „Das Coronavirus-Update mit Christian Drosten, Folge 36: Die Rolle von Kindern ist nicht geklärt“. https://www.ndr.de/nachrichten/info/37-Coronavirus-Update-Noch-mal-Thema-Kinder-Zwei-neue-Studien,podcastcoronavirus202.html (zugegriffen Mai 04, 2020).

[38]      Gandhi M. et al.: „Masks Do More than Protect Others during COVID-19: Reducing the Inoculum of SARS-CoV-2“. https://ucsf.app.box.com/s/blvolkp5z0mydzd82rjks4wyleagt036 (zugegriffen Aug. 03, 2020).

[39]      H. K. Biesalski, „Vitamin D deficiency and co-morbidities in COVID-19 patients – A fatal relationship?“, NFS J., Bd. 20, S. 10–21, Aug. 2020, doi: 10.1016/j.nfs.2020.06.001.

[40]      E. Laird, J. Rhodes, und R. A. Kenny, „Vitamin D and Inflammation: Potential Implications for Severity of Covid-19“, S. 7.

[41]      P. C. Ilie, S. Stefanescu, und L. Smith, „The role of vitamin D in the prevention of coronavirus disease 2019 infection and mortality“, Aging Clin. Exp. Res., Bd. 32, Nr. 7, S. 1195–1198, Juli 2020, doi: 10.1007/s40520-020-01570-8.

Inhalt